05.05.2020

OGH-Urteil weist viagogo in die Schranken

Verärgerte Ticketkäufer haben endlich eine Handhabe gegen die fragwürdigen Praktiken der Online-Ticketplattform „viagogo“.

Dass Tickets über die Plattform teurer sind als direkt beim Veranstalter selbst ist klar. Aber die Praktiken von viagogo sind schon fragwürdig. Ein Beispiel: Die Karten für das Konzert des irischen Popbarden Gilbert O’Sullivan Anfang Februar dieses Jahres im holländischen Eindhoven kosteten vor Ort 50 Euro. Der Preis bei viagogo: 150 Euro, somit 200 Prozent teurer. Das mag zwar nicht rechtswidrig sein, aber zumindest moralisch fragwürdig.

Ein OGH-Urteil weist die Online-Ticketplattform aber nun auch in einem wesentlich sensibleren Geschäftsfeld in die Schranken. Viagogo muss künftig die Identität der Verkäufer von angebotenen Tickets offenlegen. Und noch viel wichtiger: Bei personalisierten Tickets muss zwingend ausgewiesen werden, dass diese personalisiert sind. Das bedeutet: die Angaben, dass ein personalisiertes Ticket verkauft wird, wer der Verkäufer ist und welche Adresse er hat, müssen ab sofort auf der Website – vor der Kaufentscheidung – offengelegt werden. Diese Entscheidung dürfte das Geschäftsmodell von viagogo wohl auf den Kopf stellen.

Der Verkauf von personalisierten Tickets hat sich immer mehr zu einem echten Problem ausgewachsen, zumal es immer wieder vorgekommen ist, dass Käuferinnen und Käufern dieser personalisierten Tickets der Zutritt zu den Veranstaltungen verwehrt wurde. Nun müssen der Originalticketpreis und die Höhe der Bearbeitungsgebühr zusammen mit der Identität des Verkäufers offengelegt werden.

Anlass des angestrengten Verfahrens waren Kartenverkäufe zu deutlich überhöhten Preisen über viagogo für Kabarettveranstaltungen von Monika Gruber und Viktor Gernot, die von der Marchtrenker Agentur Stage veranstaltet wurden. Die Fachgruppe der Sport- und Freizeitbetriebe der Wirtschaftskammer Oberösterreich ist über den Wettbewerbsschutzverband WSV gegen viagogo rechtlich vorgegangen. Die Rechtsvertretung übernahm der Linzer Wettbewerbsrechtsexperte und Rechtsanwalt Dr. Johannes Hintermayr.

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