03.08.2018

Pauschalierung für Online-Portale sorgt für Ärger

Die von der Stadt Wien angekündigte Lösung zur Einhebung der Ortstaxe bei Online-Buchungen läuft auf eine Pauschalierung hinaus. Die ÖHV steigt auf die Barrikaden.

Die Frage der Entrichtung der Ortstaxe im Zusammenhang mit Online-Zimmervermietern beschäftigt Wien seit einiger Zeit. Nun hat die Stadt die erste Vereinbarung über die gesammelte Abführung der Gebühr mit einem Anbieter getroffen, informierte das Büro von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke. Die Vereinbarung mit der Online-Plattform „HomeAway“ läuft bis Ende 2019. Danach wird sie evaluiert. Möglich wird die Übereinkunft durch die Novelle des Wiener Tourismusförderungsgesetzes aus dem Vorjahr. Herzstück der Reform ist die verpflichtende Datenübermittlung von Plattformen an die Stadt, um die Abführung der Ortstaxe sicherzustellen. Diesen Weg haben zwölf kleinere Buchungswebsites gewählt.

Als Alternative können die Anbieter – wie nun bei „HomeAway“ der Fall – Vereinbarungen mit dem Rathaus treffen, um die Ortstaxe selbst einzuheben und gesammelt an die Stadtkasse abzuführen. Zur Überprüfung der gesammelten Ortstaxe wird das Portal der Stadt jedes Quartal eine Erklärung mit anonymisierten Informationen (wie zum Beispiel die Zahl der Unterkünfte und Vermieter) übermitteln. Eine ähnliche Regelung könnte es demnächst auch mit Airbnb geben.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) kritisiert die Vereinbarung der Stadt Wien mit „HomeAway“ über die gesammelte Abgabe der Ortstaxe. „Das ist der falsche Weg. Statt Transparenz und Klarheit fördert die beschlossene Pauschalierung genau das Gegenteil“, befand ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer in einer Aussendung. Mit der Übereinkunft habe Wien die Tür für Missbrauch ein Stück weiter geöffnet, so Reitterer. „Die Stadt gibt das Heft aus der Hand, von Kontrollmöglichkeiten keine Spur. Berlin, Amsterdam und Japan haben es vorgemacht, wir müssen nachziehen“, fordert Reitterer eine Registrierungspflicht. „Ein einfaches Registrierungssystem erleichtert die Arbeit der Bundesbehörden bei der Feststellung der korrekten Steuer- bzw. Abgabenhöhe. Zusätzlich gibt es dem Gast mehr Sicherheit. Hosts, die sich hinter Fake-Profilen verstecken, gehören dann der Vergangenheit an“, streicht die ÖHV-Präsidentin hervor.

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