05.02.2019

Pilotprojekt für mobile Schlachtung

Um Nutztiere so stressfrei wie möglich zu schlachten, wurden sogenannte mobile Schlachtanhänger entwickelt. Eine Bauerninitiative in der Obersteiermark erhielt dafür einen Preis. Nur muss das Ganze nun noch den Behördenweg durchlaufen.

Es ist nicht anders wie beim Menschen: Befindet er sich in einem Glücksgefühl, stößt der Körper das Hormon Endorphin aus. Umgekehrt handelt es sich um Adrenalin, das vermehrt ausgestoßen wird, je größer die Stresssituation ist. Wenn Tiere ins Schlachthaus geführt oder getrieben werden, ist der Ausstoß an Stresshormonen beträchtlich. Es ist also nicht schwer vorstellbar, dass dieser übersteigerte Hormonausstoß sich auf die Fleischqualität negativ auswirkt.

Um genau diesen Schritt während das Schlachtprozesses auszuschalten, hat eine steirischen Bauerninitiative einen sogenannten Schlachtanhänger entwickelt. Die Tiere werden in ihrem gewohnten Umfeld in diesen Anhänger verladen und geschlachtet. Nach dem Transport ins Schlachthaus, erfolgt genau dort erst die eigentliche Zerteilung des Tieres.

Mit einem länderübergreifenden Projekt zwischen der Steiermark und Oberösterreich wird diese stressfreiere Form der Schlachtung nun in einem Pilotprojekt gefördert. Der Initiative wurde auch mit dem Umweltpreis „Bio-Fuchs“ prämiert. Allerdings gelten insbesondere bei der Schlachtung von Nutztieren sehr strenge Hygienevorschriften. Das gesamte Projekt muss erst sämtliche Behördenwege durchlaufen, um auch genehmigt zu werden. Weshalb die steirische Landesregierung nun ein einjähriges Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit einer Landwirtschaftsschule starten lässt, die die Hygienebedingungen und die Stressfaktoren dieser Form der Schlachtung untersuchen soll.

Eines ist jedoch jetzt schon klar: Mit dem Schlachtanhänger erspart man sich die Lebendtiertransporte in den Schlachthof. Und das wäre schon ein großer Gewinn.

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