14.12.2020

Plachutta hat die AK im Nacken

Die Arbeiterkammer hat gegen Plachutta eine Beschwerde bei der Datenschutzkommission eingebracht, weil Arbeitnehmer ihre Arbeitszeitaufzeichnungen per Handflächenscan unterzeichnen müssen. Für Plachutta rechtens, für die AK "nicht erforderlich".

Arbeitnehmer bei Plachutta müssen zusammen mit ihrem Arbeitsvertrag eine Einverständniserklärung zum Scannen ihres Handflächenabdrucks unterzeichnen, der zusammen mit ihrer Unterschrift gespeichert wird. Einmal im Monat werden sie zur Kontrolle ihrer Arbeitszeitaufzeichnungen bestellt: Sie sehen auf einem Tablet eine Auflistung ihrer Arbeitsstunden und müssen diese per Handflächenscan bestätigen. Die Aufstellung wird damit automatisch mit der Unterschrift der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers versehen.

AK-Präsidentin Renate Anderl kritisiert diese Vorgehensweise: „Was kommt als nächstes? Muss man seinen Arbeitsvertrag bald mit Blut unterzeichnen?“ Der Handflächenscanner wird schon zigfach von Gastronomiebetrieben eingesetzt, argumentiert man hingegen bei Plachutta. Der Systemanbieter versichere, dass betreffende des Datenschutzes alle rechtens sei, so Firmenanwalt Georg Röhsner im Kurier. Es werde nur ein so genannter hash-Wert gespeichert, der bei jeder Neueingabe abgeglichen werde. Somit werde kein Missbrauch betrieben. Zumal die Arbeitnehmer die Arbeitszeitaufzeichnung auch in ausgedruckter Form erhalten können, wenn gewünscht. 

Die AK wiederum kritisiert, dass den Arbeitnehmern die Arbeitsaufzeichnung angeblich nur sehr kurz am Tablet zur Einsicht und Bestätigung vorgelegt wird, eine richtige Kontrolle sei so nicht möglich. 

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