26.03.2020

Pleitewelle droht: Jetzt handeln!

Die Regierung versprach ein großes Hilfspaket. Doch das Geld fließt nicht. Die ÖHV mahnt nicht nur zur Eile, sondern auch zur Reparatur der Bedingungen.

Das WIFO prognostizierte einen Rückgang der touristischen Bruttowertschöpfung um 10,5% im besten Fall, also falls der Tourismus ab Sommer wieder auf Touren kommt: Dann fehlen der Branche 2,2 Mrd. Euro an Umsatz – sonst noch mehr. Laut WIFO ist kein Wirtschaftsbereich stärker betroffen. Der flächendeckende Ausfall sämtlicher Einnahmen stellt die Unternehmen vor kaum bewältigbare Herausforderungen: „Diese Betriebe und all ihre Mitarbeiter stehen vor dem Nichts, wenn im Nothilfefonds tatsächlich keine Mittel vorgesehen sind, die sich von Mitarbeitern trennen mussten. Das muss rasch repariert werden und es braucht noch mehr Sofortmaßnahmen“, streicht Michaela Reitterer, als Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung auch Sprecherin der Leitbetriebe im Tourismus, den akuten Handlungsbedarf hervor. Die ÖHV fordert konkrete und sofort umzusetzende Lösungen für vier dringliche Punkte:

  1. Die Betriebe brauchen rasch Zugang zu Liquidität. Trotz mehrfach angekündigter unbürokratischer Soforthilfe können die Betriebe Ende März anstehende Zahlungsverpflichtungen aktuell nicht erfüllen.
  2. Aktuell haben Betriebe in Westösterreich Anspruch auf Versicherungsleistungen und reduzierte Pacht bzw. Miete, die im Osten nicht.
  3. Die von der ÖHT abgewickelten Garantien sind längst ausgeschöpft und müssen massiv aufgestockt werden.
  4. Ein Teil der noch vorhandenen Restliquidität in vielen Betrieben sind Anzahlungen. Die zeitlich befristete Möglichkeit, diese Anzahlungen in Gutscheine umzuwandeln, wie dies in anderen EU-Mitgliedsstaaten schon geschehen ist, könnte viele Arbeitsplätze retten.

In einem offenen Brief an die Bundes- und Landesregierungen, Sozialpartner und Wirtschaftsforscher schlägt Reitterer ein abgestimmtes und schnelles Vorgehen zur Rettung des österreichischen Tourismus vor: „Wir haben eine Chance, aber wir müssen sie nützen.

Jeder Tag ohne Liquidität kostet Arbeitsplätze und Unternehmen, raubt uns einen Teil dieser Zukunft. Wir müssen hier entschlossener vorgehen“, appelliert Reitterer an die Entscheidungsträger: „Da geht es nicht nur um unsere Betriebe. Die Zukunft ganzer Regionen steht auf dem Spiel.“

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