23.02.2021

Pulker sieht Öffnung in Griffweite

Für die Gastronomie zeichnet sich ein konkretes Öffnungsszenario ab, wie Wirteobmann Mario Pulker in einer Pressekonferenz bekräftigte.

Ein bereits relativ konkretes Öffnungsszenario skizzierte Mario Pulker, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der WKO, heute (23. Februar), im Zuge einer Online-Pressekonferenz. Demnach soll die Basis für eine erste, zaghafte Öffnung der Gastronomie über das sogenannte „Reintesten“ funktionieren. Pulker im Gespräch mit Stammgast.Online: „Alleine in der vergangenen Woche wurden 1,7 Millionen Tests durchgeführt. Es ist also nicht einzusehen, dass auch die Gastronomie unter diesen Gesichtspunkten nicht wieder geöffnet werden kann. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, strenge Hygiene- und Raumkonzepte bereits im letzten Jahr umgesetzt. Mit der massiv ausgeweiteten Teststrategie fordern wir nun auch eine Öffnung unserer Wirtshäuser – endlich“, so Pulker.

Teststraße und keine Nasenbohrertests

Mit den Eintrittstests für die Gastronomie will der Obmann auch für die nötige Sicherheit sorgen. In einer von der WKO durchgeführten Umfrage zeigen sich 81 Prozent der Bevölkerung bereit dazu, sich testen zu lassen, um die Gastronomie wieder frequentieren zu können. Pulker will dabei keinen Sonderweg, sondern die Tests der üblichen Teststraßen als Eintrittsmöglichkeit. „Die sogenannten Nasenbohrer- oder Wohnzimmertests kommen dafür nicht in Frage, weil es ein verlässliches Vier-Augen-Prinzip braucht und das ist nur in den Teststraßen oder im medizinischen Bereich gewährleistet. Außerdem wissen wir, dass rund die Hälfte der Nasenbohrertests nicht richtig angewendet werden.“ 

Kaum Ansteckungsgefahr in der Gastronomie

Der Interessensvertreter verweist darüber hinaus auf die Verlässlichkeit der Gastronomie. „Wir sind kein Ansteckungsherd. Wie die Zahlen der AGES bescheinigen, war die Gastronomie nur in zwei bis vier Prozent der Fälle von Ansteckungen verantwortlich. Die Hälfte der Ansteckungen stammen aus dem privaten Wohnbereich“, so Pulker gegenüber Stammgast.Online. Wie Pulker weiter ausführte, sind diese ersten Öffnungsschritte bereits mit der Regierung verhandelt. „Das Gesundheitsministerium weiß Bescheid, es fehlt noch das letztgültige Ok.“ Neben den Eintrittstests (die nicht älter als 48 Stunden sein dürfen) hält die Gastronomie auch an der Registrierungspflicht fest, denn, so Pulker, „wir wollen maximale Sicherheit bieten“. Diesen enormen Aufwand hält der Obmann auch für Gerechtfertigt. „Man muss schon realistisch sein. Alles hängt von der weiteren Entwicklung der Ansteckungszahlen ab. Mit der aktuellen Seitwärtsbewegung gibt es aber keinen Grund, die Wirtshäuser nicht aufzusperren. Würden die Zahlen wieder in die Höhe schnellen, ist eine Öffnung natürlich unrealistisch.

Keine Sperrstunde um 19.00 Uhr

Für die großen Anstrengungen, einen sicheren Wirtshausbesuch zu gewährleisten, erwartet Pulker aber auch ein Entgegenkommen bei der Sperrstunde. „Sollten wir um 19.00 Uhr schließen müssen, brauchen wir erst gar nicht aufzusperren.“ Mit dieser Forderung erhält Pulker auch volle Rückendeckung von prominenten Haubenköchen. Michael Kolm und Thomas Dorfer von den Jeunes Restaurateurs d’Europe meinen dazu unisono: „Wir brauchen auf jeden Fall eine Abendsitzung, sonst zahlt sich das Ganze nicht aus. Man darf ja nicht vergessen, viele Leute arbeiten im Homeoffice, also wird auch das Mittagsgeschäft eher überschaubar bleiben.“

Die konkret formulierten Forderungen lassen darauf schließen, dass ein Öffnungsszenario in der Gastronomie auch in den zuständigen Entscheidungsebenen der Regierung bereits relativ ernsthaft diskutiert wird. Angepeilt wird eine schrittweise Öffnung mit Mitte März. Pulker über die Vorlaufzeit für eine Öffnung: „Also ich bin in permanentem Austausch mit Zulieferern. Die sagen, das Sortiment sei innerhalb von zehn Tagen wieder Null auf Hundert hochgefahren.“ Ähnlich sieht das Thomas Dorfer bei den Mitarbeitern: „Die stehen alle abrufbereit zur Verfügung. Die fühlen sich wie Rennpferde, die eingesperrt sind und sehnlichst darauf warten, dass sie endlich raus dürfen.“ Die gesamte Branche, also 60.000 Betriebe mit 150.000 Mitarbeitern blickt also gespannt in Richtung Anfang März. Da könnte es ein Go für eine Öffnung Mitte März geben. Alles andere wäre ein No-go.

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