12.04.2019

Reform der Saisonierskontingent-Verordnung

Das Problem desr Arbeitskräftemangels im Tourismus wird nun immer mehr auch von der Politik verstanden. Im Plan T – Masterplan für Tourismus wurde dieses Thema als erfolgskritisch für den heimischen Tourismus eingestuft. Konkreten Maßnahmen werden nun mit einer neuen Saisonierskontingent-Verordnung gesetzt.

Die drei bestehenden Saisoniers-Verordnungen – Sommertourismus, Wintertourismus und Land- und Forstwirtschaft – werden in einer Verordnung zusammengefasst. Alle Kontingente werden um 4,5 Prozent erhöht, wobei im Tourismus immer die Höchstkontingentszahl herangezogen wird. Das betrifft bei manchen Bundesländern das Winterkontingent und bei anderen das Sommerkontingent.

Die Kontingentsausnützung wird flexibel gestalten. Das heißt, es wird nicht mehr ein Monatsstichtag herangezogen, sondern ein Jahresstichtag. Die Kontingente könnten damit in den auslastungsstarken Monaten um bis zu 20 Prozent überzogen werden – und müssen im Gegenzug aber in den auslastungsschwachen Monaten reduziert werden. Somit stehen im Tourismus nach der Begutachtung ganzjährig 1.263 Arbeitskräfte zur Verfügung. Davor waren es im Winter 1.100 und im Sommer 720.

„Vor allem am Arbeitsmarkt hatten es unsere Tourismusbetriebe in den vergangenen Jahren oft nicht leicht. Mit der neue Saisonierskontingent-Verordnung wollen wir für Entlastung sorgen“, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. „Nach der Reform der Rot-weiß-rot Card und der Regionalisierung und Erweiterung der Mangelberufsliste ist die neue Saisonierskontingent-Verordnung ein weiterer Meilenstein für unsere Tourismusbetriebe. Jede geschlossene Gaststätte ist eine zu viel und daher haben wir ein neues System erarbeitet, welches einerseits ein höheres aber vor allem ein flexibleres Kontingent vorsieht.“

Regelung orientiert sich an der Praxis

„Die neue Verordnung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, freut sich Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), über die Neuregelung. „Damit wird aus einer bekannten ÖHV-Forderung eine deutliche Verbesserung für die Tourismusregionen: Für mehr Betten und mehr Nächtigungen braucht es mehr Mitarbeiter in allen Bereichen.“ Ebenso positiv weil praxisnah ist aus Sicht der Branche die neu gewonnene Flexibilität: Die neue Regelung deckt Saison-Peaks besser ab, sie orientiert sich am tatsächlichen Bedarf.

Speziell im Premierenjahr werde sich die ÖHV genau ansehen, wie sich die Regelungen in der Praxis beweist, etwa dass es im Dezember noch genügend Kontingentplätze gibt, heißt es in einer Presseaussendung. Reitterer: „Fest steht, es ist ein gutes Gesetz. Es orientiert sich am Input aus der Praxis. Darauf kann man aufbauen und immer noch besser werden, indem laufend das Feedback der Praktiker einfließt, die mit dem neuen Gesetz arbeiten, also der AMS-Bezirksstellen und Arbeitgeber“, so Reitterer.

 

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