26.02.2020

Regierung reformiert Rot-Weiß-Rot-Karte

Der Tourismus freut sich über „Weiterentwicklung“ der Rot-Weiß-Rot Karte und Erleichterungen bei der Betriebsübergabe, die am Mittwoch im Ministerrat beschlossen wurden.

Vor allem die Flexibilisierung des Punkteschemas in Bezug auf die Qualifikationen und Berufserfahrungen sollen den Betrieben Erleichterung bei der Suche nach Arbeitskräften bringen. „Damit ist bereits ein erster wesentlicher Schritt nach dem Arbeitsmarktgipfel Tourismus gelungen“, sagt Bundessparten-Obfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher in einer ersten Reaktion.

„Man kann es nicht oft genug betonen und wiederholen: Rund 80 Prozent der heimischen Tourismusbetriebe leiden an starkem Mitarbeitermangel. Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit mit der Bundesregierung wirkliche Früchte trägt und unsere Anliegen ernst genommen werden“, so Nocker-Schwarzenbacher weiter. Die Digitalisierung des Verfahrens und die Verkürzung des Verfahrens an den österreichischen Vertretungsbehörden seien weitere positive Bausteine, die zum Erfolg der Rot-Weiß-Rot-Karte beitragen werden. „Wir erhoffen uns mit dieser Weiterentwicklung der RWR-Karte für Ganzjahresbetriebe mehr positive Verfahren und somit mehr Fachkräfte für die Branche“

Erleichterung bei Betriebsübergaben

Beim Thema der Betriebsübergaben soll es eine Übergangsfrist geben, die Erleichterungen für Unternehmer insbesondere aus gewerberechtlicher, mietrechtlicher und steuerrechtlicher Sicht bringt.Laut einer Market-Umfrage plant ein Fünftel der 600 befragten Toursmusbetriebe in den nächsten Jahren eine Betriebsübernahme bzw. Auflösung.

Besonders in den überwiegend von Familien geführten Hotellerie- und Gastronomiebetrieben ist das Thema ein brennendes. „Wir sind sehr froh, dass hier erste Schritte zur Erleichterung für Übergeber und Übernehmer gesetzt werden. Wichtig wäre es in diesem Zusammenhang aber auch, dass die betriebsanlagenrechtlichen Regelungen zum ‚Stand der Technik‘ entschärft werden, da dies oft zu hohen finanziellen Mehrbelastungen für die Übernehmer führt. Zusätzlich sollte das Thema ‚Beraten statt Strafen‘ im Betriebsanlagenrecht stärker verankert werden. Im Vordergrund stehen sollte die Beratung durch die Behörde, damit wir als Unternehmer entlastet werden und uns verstärkt unseren Gästen widmen können“, betonen die Obleute der Fachverbände Gastronomie und Hotellerie, Mario Pulker und Susanne Kraus-Winkler.

„Jegliche Erleichterung für den Einstieg in die Selbständigkeit wird unsererseits begrüßt. Gerade zu Beginn stehen das Tagesgeschäft und der Aufbau des Betriebs im Vordergrund, es gilt sich als „Marke“ mit einem guten Ruf zu etablieren. Umso wertvoller ist es, wenn man dem Geschäftsaufbau Zeit widmen kann“, so Tourismus-Spartenobfrau Nocker-Schwarzenbacher abschließend.

 

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