07.06.2021

Regierung stellt Weichen gegen Verschwendung von Lebensmitteln

Im Bemühen, den riesigen Berg an vermeidbaren Lebensmittelabfällen einzudämmen, richtet die Regierung nun eine interministerielle Koordinierungsstelle ein.

Bis zu einer Million Tonnen Lebensmittel pro Jahr werden in Österreich unnötig weggeworfen. Türkis-Grün hat sich im Regierungsprogramm Schritte gegen die Verschwendung vorgenommen und eine Koordinierungsstelle unter Leitung des Klimaschutz- und Umweltministeriums angekündigt. Der Beschluss zur Einrichtung steht am Mittwoch auf der Tagesordnung des Ministerrats.

Die interministerielle Koordinierungsstelle, der noch vier weitere Ressorts – Agrar, Soziales und Gesundheit, Wirtschaft sowie Wissenschaft und Forschung – angehören werden, soll die Zusammenarbeit aller zuständigen Ministerien sichern und für einen Wissensaustausch zu ökologischen, ökonomischen, rechtlichen, sozialen und bildungspolitischen Aspekten der Vermeidung von Lebensmittelabfällen sorgen, heißt es im Entwurf zum Ministerratsvortrag von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Strategie und Aktionsplan werden entwickelt

Aufgabe ist die Steuerung von Entwicklung und Umsetzung einer Strategie und eines Aktionsplans zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Für Arbeitsgruppen können noch Experten aus anderen Ministerien, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und sozialen Einrichtungen herangezogen werden.

Private Haushalte entsorgen demnach jährlich rund 229.000 Tonnen allein über den Restmüll. Mit der Vermeidung von einem Kilogramm Lebensmittelabfall im Haushalt könnten 1,87 Kilo CO2-Äquivalente eingespart werden, steht im Vortragsentwurf. Es gehe auch um Ressourcenschonung, Umweltentlastung und die Stärkung unseres Ernährungssystems.

Schon 2015 war bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution zur „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ angenommen worden, in der als eines der Ziele eine Halbierung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene (einschließlich Außer-Haus-Konsum) sowie eine Reduktion der Lebensmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferketten bis 2030 enthalten ist.

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