10.05.2022

Regierungsumbildung: Kraus-Winkler übernimmt Tourismusagenden

Der Gerüchtekochtopf brodelte seit gestern, nun bestätigte Kanzler Karl Nehammer die neuen Köpfe an der Spitze der Ministerien.

Kurz nach 13 Uhr am Dienstag trat Bundeskanzler Karl Nehammer vor die Öffentlichkeit, um die neuen Köpfe in der Ministerriege zu präsentieren. Er dankte den Ministerinnen Schramböck und Köstinger für ihren Einsatz, sie hätten der Republik in einer „schwierigen Phase“ gedient. Nach diesen einleitenden Worten gab er die neuen Persönlichkeiten, die Verantwortung übernehmen, bekannt.

Die größte Änderung betrifft das Arbeits- und Wirtschaftsministerium, die zusammengelegt werden. Der gebürtige Salzburger Martin Kocher leitet dieses neue „Super-Ministerium“, wie es der Boulevard bezeichnete. Neu in diesem Ministerium ist eine zusätzliche Staatssekretärin: Susanne Kraus-Winkler, Hotelière und bisher Obfrau der Fachgruppe Touristik in der Wirtschaftskammer, übernimmt. Kraus-Winkler startete ihre Tourismuskarriere vor mehr als 40 Jahre und ist geschäftsführende Gesellschafterin und Mitgründerin der Loisium Gruppe. Ihre Familie hat seit drei Generationen im Marchfeld Gastronomie, Landwirtschaft und später auch Hotellerie besessen und betrieben. Sie arbeitete auch während ihres Betriebswirtschaftsstudiums voll im elterlichen Betrieb mit. Sie gründete mehrere Unternehmen und hat sie mitaufgebaut, sitzt in mehreren Aufsichtsräten und engagierte sich auch immer wieder in der Interessensvertretung. So war sie unter anderem auch Präsidentin des europäischen Dachverbandes HOTREC - European Hotel & Restaurant Association.

Das Landwirtschaftsministerium, wo bisher auch die Tourismusagenden saßen, soll neu besetzt und neu geordnet werden. Bauernbündler Norbert Totschnig aus Osttirol wird der neuer Minister. Klaudia Plakolm soll in Zukunft die Agenden Jugend und Zivildienst übernehmen. Das Thema Digitale Bildung kommt ins Finanzministerium, Florian Tursky wird Staatssekretär.

Die Branche freut sich

Für Branchenvertreter ist die Bestellung der Praktikerin Kraus-Winkler ein positives Signal für gemeinsame Weiterentwicklung des österreichischen Tourismus. „Pandemie, Fachkräftemangel und Klimaveränderungen stellen uns täglich vor große Herausforderungen. Eine Staatssekretärin aus der Praxis ist deshalb ein Gewinn“, so der Sprecher der Landestourismusorganisationen und Geschäftsführer der Vorarlberg Tourismus GmbH, Christian Schützinger. In die gemeinsame Arbeit im Sinne des „Plan T – Masterplan für Tourismus“, den das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus im März 2019 verabschiedet hat, setzen die Vertreter:innen aller Landestourismusorganisationen große Hoffnungen. 

„Susanne Kraus-Winkler ist selbst erfolgreiche Unternehmerin und kennt den Tourismus und seine Anforderungen bestens. Ich gratuliere ihr sehr herzlich zu ihrer neuen Aufgabe und freue mich auf die Fortsetzung unserer schon bisher sehr guten Zusammenarbeit in ihrer neuen Rolle. Die Österreich Werbung wird die Erholung des Tourismus weiter mit allen Kräften unterstützen“, sagt Lisa Weddig, Geschäftsführerin der Österreich Werbung.

Bei Susanne Kraus-Winkler sieht ÖHV-Präsident Walter Veit die Branche gut aufgehoben: „Sie bringt jahrzehntelange und top-aktuelle Erfahrung in der Führung von Hotelbetrieben und als erprobte Interessenvertreterin auch in der Politik mit: eine gute Wahl!“ Die aktuellen Herausforderungen für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus hätten Wirtschaftsminister Martin Kocher und Kraus-Winkler „im kleinen Finger. Normal musst du jedem, der in diese Position kommt, eine Einarbeitungsphase zugestehen. Die wird da nicht nötig sein: ein Segen für Branche und Standort.“

Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zeigt sich ebenfalls erfreut über die Entscheidung: „Als kompetente, erfolgreiche Unternehmerin und langjährige Interessenvertreterin hat Kraus Winkler den Tourismus von der ‚Pieke‘ auf gelernt, kennt alle Probleme und Herausforderungen der Betriebe aus der Praxis. Besonders in der schwierigsten Phase des Tourismus - während der Pandemie – hat sie sich mit unermüdlichem Einsatz konsequent engagiert und als großartige Partnerin der heimischen Tourismusunternehmen bewiesen.“ 

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