03.12.2021

Rettet den Ötscher!

Es ist scheinbar die Zeit der offenen Briefe, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Nun richtet sich die Gemeinde Gaming nach dem Zusperren der Ötscher-Lifte an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Sehr geehrte Landeshauptfrau Mikl-Leitner,

es kommt uns noch immer wie ein böser Albtraum vor: am vergangenen Freitag wurde unserer Gemeinde mit rund 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern der Boden unter den Füßen weggerissen. Die Skilifte am Ötscher stellen ihren Betrieb schlagartig ein. Ohne Alternativen für diesen Winter! Ohne an uns Menschen und unsere Existenzen zu denken. Wenn wir jetzt die Augen öffnen, erwachen wir aber nicht aus einem turbulenten Traum. Wir sehen, dass am Skigebiet Lackenhof viel mehr hängt als nur die Fragestellung, ob eine Weiterführung der Skilifte noch wirtschaftlich ist. Wir sehen auch, dass viele Tausend Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sowie hunderttausende Gäste aus dem In-und Ausland, genauso geschockt sind wie wir über diese „Nacht-und-Nebel-Entscheidung“.

„Es ginge sich wirtschaftlich nicht aus“, haben wir in den letzten Tagen immer wieder gelesen. Beim Ötscher geht es aber um viel mehr als nur nüchterne Zahlen!

Es geht um einen identitätsstiftenden Berg, der für die Menschen im ganzen Land Niederösterreich Tradition und Geschichte symbolisiert. Es geht um Kinder, die nicht mehr vor der Haustüre Skifahren lernen können. Es geht um Schulklassen, die sich nicht mehr auf Ausflüge am Berg freuen können. Es geht um Trainingsmöglichkeiten für engagierte Vereine und den Ski- und Snowboard-Nachwuchs. Es geht um Unternehmen und Familienbetriebe, die vom Ötscher abhängig sind und von heute auf morgen vor dem Nichts stehen. Es geht um Menschen, die ihren Job verlieren, weil die Wintertourist:innen ausbleiben. Es geht um eine Region, die den Skisport ins Herz gefasst und namhafte Spitzensportler:innen hervorgebracht hat.

Das Signal an die einheimische Bevölkerung – mitten auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie – ist verheerend. Und frustrierend zugleich. „Da der Skitourismus in Niederösterreich Wertschöpfung vor allem durch Einheimische generiert, sind neben den Bergerlebniszentren die kleineren Skigebiete nicht außer Acht zu lassen“, heißt es in der Tourismusstrategie 2025. Beim Ötscher kommt von dieser Strategie aber nicht viel an. Es ist, als habe man eine ganze Region in Niederösterreich einfach vergessen.

Wir bitten Sie, Landeshauptfrau Mikl-Leitner, lassen Sie uns nicht im Stich!
Stellvertretend für die gesamte Gemeinde und alle Unterstützer:innen in ganz Österreich

  • Renate Rakwetz, Bürgermeisterin Gaming und Initiatorin #RETTETDENÖTSCHER
  • Dr. Josef Leitner, Bürgermeister Wieselburg
  • Michaela Dorfmeister, Olympiasiegerin, Weltmeisterin Ski Alpin, Vizepräsidentin Niederösterreichischer Landesskiverband
  • Benjamin Karl, Olympia-Silbermedaillengewinner, Gesamtweltcupsieger Snowboard
  • Marc Digruber, Weltcup-Skirennläufer
  • Franz Heher, Sport 2000 Ötscher, Skischule Lackenhof, Gastrobetrieb, Ferienwohnungen Bergerlebnis Ötscher
  • Michael Nendwich, Intersport Ötscher, Skischule Lackenhof und Ferienappartements Ötscherbär
  • Thorsten Schmitz, Geschäftsführer Intersport Österreich
  • Holger Schwarting, Vorstand Sport 2000 Österreich
  • Roman Winninger, Intersport Winninger
  • Ing. Günther Ehrgott, Geschäftsführer Worthington Industries
  • Gerald Demolsky, Geschäftsführer Demolsky Sportservice
  • Teresa Outhwaite, Geschäftsführerin Forst- und Liegenschaftsverwaltung Kienberg GmbH, Ferienapartments Forst Kienberg

www.rettet-den-ötscher.at

 

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