22.07.2020

Richtiges Verhalten auf den Almen

Durch eine Informationsoffensive soll ein Schulterschluss zwischen Landwirtschaftsministerium, Alpenvereinen, Almwirtschaftsverbänden und Tourismusverbänden erreicht werden. Man setzt auf Eigenverantwortung und Verhaltensregeln, die auch in Hotels aufliegen sollen.

Auf Initiative von Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger fand am Dienstag ein virtueller Almen-Gipfel statt. Gemeinsam mit Vertretern der heimischen Alm- und Landwirtschaft diskutierte Köstinger die aktuelle Situation auf Österreichs Almen. Teilnehmer des Almen-Gipfels waren WKÖ-Vizepräsidetin Martha Schultz, Gerald Dunkel-Schwarzenberger Präsident des Verbandes Alpiner Vereine Österreich, Erich Schwärzler Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich, Josef Obweger Obmann Kärntner Almwirtschaftsverein, Josef Lanzinger Obmann Tiroler Almwirtschaftsverein, Erwin Gruber Almenland und Thomas Wirnsberger Toursimsusverband Großarl „Tal der Almen“.

„Österreichs Almen sind beliebte Ausflugs- und Erholungsziele. Was leider oft vergessen wird: Sie sind vor allem Wirtschaftsraum von Almbäuerinnen und Almbauern. Und Lebensraum für Weidetiere. Unser Ziel ist ein gutes Miteinander auf unseren Almen. Umso wichtiger ist ein konstruktiver Dialog und eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Tourismus und der Almwirtschaft“, erklärt Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Aktionsplan „Sichere Almen“

Das so genannte „Kuh-Urteil“ in Tirol hat zu großer Verunsicherung bei Österreichs Almbauern, aber auch bei Alm-Gästen geführt. „Dieses Urteil war für uns nicht nachvollziehbar“, erinnert Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. „Wir haben daher im Vorjahr rasch reagiert und die Gesetzeslage geändert. Erstmals wurde die Eigenverantwortung der Gäste gesetzlich festgeschrieben. Außerdem haben wir 10 Verhaltensregeln, wie auch Standards für die Almbewirtschaftung erarbeitet“, so Köstinger.

Eigenverantwortung stärken – neue Informationsoffensive

Durch den gesteigerten Inlandstourismus bewegen sich immer mehr Besucherinnen und Besucher auf den Almen. Leider halten viele die bestehenden Verhaltensregeln nicht ein – manchmal aufgrund mangelnden Wissens. Darum wird in einem Schulterschluss eine neue Informationsoffensive gestartet.

Kühe erschrecken als Web-Sport

Gerade die jüngste „TikTok Challenge“, wo Nutzerinnen und Nutzer bewusst Kühe erschreckt haben oder wo Eltern ihre Kinder auf Kühe zum Reiten setzen, zeigt, wie wichtig eine neue Informationsoffensive ist. „Dieses Verhalten ist grob fahrlässig. Almen sind keine Streichelzoos. Besucherinnen und Besucher sind Gäste auf unseren Almen und sind aufgefordert, die Verhaltensregeln einzuhalten“, betonen alle Beteiligten des Alm-Gipfels.

„Die Bewirtschaftung der heimischen Almen ist mit erheblichem Arbeitsaufwand und hohem Einsatz seitens der Almbäuerinnen und Almbauern verbunden. Jeder, der eine Alm besucht oder durchwandert, muss wissen, wie er oder sie sich zu verhalten hat. Es gibt sehr einfache Verhaltensregeln, die sicherstellen, dass Mensch und Tier nicht gefährdet werden und die Almen weiterhin für Gäste geöffnet bleiben können“, erklärt Erich Schwärzler Bundesobmann der Almwirtschaft Österreich.

„Die Bewirtschaftung der österreichischen Almen bildet die Grundlage für eine einzigartige Symbiose zwischen Tourismus und Landwirtschaft. Nach Schätzungen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit aus dem Vorjahr sind jährlich ca. 10 Mio. Menschen im Gebirge unterwegs, davon alleine knapp 2,5 Mio. Wanderer. Gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis für einander müssen im Vordergrund stehen. Die Verhaltensregeln auf Almen und Weiden leisten einen wichtigen Beitrag, damit dies auch in Zukunft so bleibt. Gemeinsam sind wir gefordert diese Informationen den Besucherinnen und Besucher auf den Almen nähere zur bringen“, so Gerald Dunkel-Schwarzberger, Präsident des Verbandes Alpiner Vereine Österreich.

Mehr und laufend aktuelle Informationen stehen unter www.sichere-almen.at zur Verfügung.

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