02.11.2020

Schade, aber vermutlich unausweichlich

Interview mit Rainer Traxler, der in Oberösterreich drei Diskotheken – die Betriebe C7 in Enns und Bad Leonfelden sowie die Disko in Schlag bei Freistadt – betreibt.

Stammgast.Online: Herr Traxler, Halloween fiel heuer auf einen Samstag, schöner geht’s also fast nicht für einen Diskotheken-Betreiber. Dennoch hielten Sie Ihre Betriebe geschlossen, warum?

Traxler: Für mich ist das eine Frage der Sensibilität. Wenn rundherum die Fallzahlen dramatisch steigen, muss ich nicht noch eine weitere Angriffsfläche bieten. Ein zusätzliches Problem ergibt sich mit den Gästen vor den Lokalen, das können schon mal locker bis zu hundert wartende Gäste sein, die auf Einlass warten. Mit Registrierung und Platzzuweisung ergeben sich ganz einfach Wartezeiten. Und das lässt sich zu schwer handeln, um nach den Sicherheitsmaßnahmen korrekt vorzugehen. Deshalb haben wir kategorisch gar nicht mehr aufgesperrt.

Stammgast.Online: Was sagen Sie zu den neu verordneten Shutdown-Bestimmungen im November für die Gastronomie?

Traxler: Es ist für uns Wirte natürlich sehr schade, aber wenn ich mir die Entwicklungen ansehe, sind die Maßnahmen vermutlich wohl unausweichlich. Man sollte nicht vergessen, was die Gastronomie geleistet hat, um unter schwierigsten Bedingungen zumindest einen Notbetrieb zu ermöglichen. Von den ganzen Hygiene-Standards angefangen bis zum Covid-Beauftragten – den Kurs dazu hab ich erst kürzlich online absolviert. Und dann wird in einem Aufwaschen drübergefahren und alles zugesperrt.

Stammgast.Online: Was halten Sie von der 80-prozentigen Rückvergütung des Umsatzausfalles?

Traxler: Wenn das so kommt, wie es angekündigt wurde, dann halte ich das für Ok. Was aber, wenn jemand vergangenen November einen schlechten Umsatz gehabt hat? Für mich war dieser Monat 2019 der mit dem zweitbesten Umsatz.

Stammgast.Online: Haben Sie den Fixkostenzuschuss beantragt und falls ja, haben Sie schon was bekommen?

Traxler: Gemeinsam mit meinem Steuerberater haben wir Mitte September erst beantragt, weil es ja immer wieder Änderungen gab und vierzehn Tage später war das Geld auf dem Konto.

Herr Traxler, vielen Dank für das Gespräch.

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