25.01.2021

Schlechte Geschäfte mit Geschäftsreisen

Dramatische Rückgänge verzeichnet die österreichische Geschäftsreise-Branche im Corona-Jahr 2020. Die Zahl der geschäftlich bedingten Flugreisen sank um 74 Prozent. Geschäftsreisen insgesamt, zu dem auch Autofahrten gehören, gingen um 40 Prozent zurück. Für den Sommer erwarten Reiseexperten steigende Ticketpreise. 

Ein Update zur Lage der Geschäftsreise-Branche liefert die die Austrian Business Travel Association (abta) mit einer aktuellen Analyse, zu der Daten der Statistik Austria und der führenden Travel Management Companies herangezogen wurden. „Der Einbruch des Geschäftsreisemarktes im Jahr 2020 ist beispiellos“, fasst abta-Präsident Andreas Gruber die Ergebnisse zusammen.

Die führenden österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarteten zum Jahresende 2020 einen Rückgang der wirtschaftlichen Tätigkeit (Bruttoinlandsprodukt) zwischen 7,5 und 7,3 Prozent. Die Statistik Austria weist dagegen für die beiden Krisenquartale April bis September einen Rückgang der Geschäftsreisen von 40,5 Prozent aus. Für das Gesamtjahr ergibt sich, wenn man das Vorkrisen-Quartal und das geschätzte Reisevolumen im 4. Quartal einbezieht, ein Rückgang von 40,2 Prozent. Die Reisewirtschaft ist damit in einem weit überdurchschnittlichen Maß von der Corona-Krise betroffen.

Steil abwärts geht‘s für Flugreisen

Anders als Airlines, die keine genauen Angaben über den Rückgang der Geschäftsreisen machen können (Stichwort: „Tickets haben kein Mascherl“), kann die abta durch die Zusammenarbeit mit den in Österreich führenden Travel Management Companies (auf Geschäftsreisen spezialisierte Reisebüros) recht genau den Abwärtstrend belegen. Danach ist im vierten Quartal 2020 die Zahl der ausgestellten Flugtickets um 87,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 gesunken. Auf das Gesamtjahr bezogen, beträgt der Rückgang 74 Prozent. Hier spielt allerdings das noch fast normale 1. Quartal 2020 hinein. 

Der durchschnittliche Ticketpreis bei Geschäftsreisen betrug 2019 im Gesamtjahr 655 Euro. In den Quartalen 1 bis 3 2020 sank dieser Wert auf 575 Euro. Der Rückgang des durchschnittlichen Ticketpreises beträgt damit 12,1 Prozent. Wenn man jedoch die Entwicklung der Ticketkosten nach großen Verkehrsgebieten aufschlüsselt, ergibt sich ein bemerkenswerter Unterschied: Im Europa-Verkehr sind die durchschnittlichen Ticketkosten um 22,4 Prozent gesunken. Im Interkont-Verkehr ist es den Airlines offensichtlich gelungen, den Durchschnittspreis mit 1.431 Euro gegenüber dem Wert von 2019 sogar leicht zu erhöhen. 

Airlines und Travel Management Companies sind von der Corona-Krise damit doppelt getroffen: Die deutlich geringere Zahl von Tickets (- 74 Prozent) konnte nur zu geringeren Durchschnittspreisen (- 12 Prozent) verkauft werden. 

 

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