19.11.2020

Sehnsucht vs. Ohnmacht: Die Chancen auf eine "gute" Wintersaison

Lockdown, Reisewarnungen, Grenzschließungen. Im stark vom Wintertourismus abhängigen Österreich stellt man sich auf eine harte Saison ein. Die Touristiker wollen die Skisaison 2020/21 aber noch nicht abschreiben.

Im Auftrag der Österreich Werbung präsentierte das Rheingold Institut eine tiefenpsychologische Studie zum Thema Skiurlaub in Österreich in Corona-Zeiten. Die qualitative Studie wurde in Österreich, Deutschland und den Niederlanden durchgeführt und zeigt, dass die Lust auf Urlaub in Österreich – und dabei insbesondere Skiurlaub – ungebrochen hoch ist. 

Die Menschen verharren aber in einer Art aktiven Abwartens, betont man bei der Österreich-Werbung (ÖW). Sie trauten sich nicht zu buchen, beschäftigten sich aber gedanklich viel mit dem Skiurlaub.Die Sehnsucht ist stark.

Wichtige Kommunikationsarbeit

"Die österreichische Wintersaison bereits jetzt abzuschreiben, ist sicherlich verfehlt", erklärte die Geschäftsführerin der Österreich Werbung Petra Stolba. "Was wir jedoch herausgefunden haben ist, dass die Kommunikation zu den Gästen sehr rasch, offen und ehrlich sein muss. Wer jetzt auf seiner Webpage, in seinem Newsletter oder in einem Brief an die Stammgäste klar kommunizieren kann, dass die Corona-Nadelöhre neutralisiert sind und dass zu jeder Zeit klar ist, wie die Gesundheitssituation in der Region ist, ist im Vorteil, wenn es um Zimmerbuchungen und Liftkartenverkauf geht", sagte Stolba.

Es brauche glasklare Sicherheitskonzepte, darunter natürlich vor allem Abstände und Maskenpflichten und Begrenzungen von Gästezahlen. Die ÖW hat mit der Entwicklung eines neuen Formats, dem virtuellen Hausbankerl, auf das Informationsbedürfnis der Gäste zur Lage in der Region reagiert. Mittels eines sehr einfachen „Drehbuchs“ wird erklärt, wie Betriebe mit ihren Gästen auf digitalem Wege sehr persönlich und in gemütlicher Atmosphäre im Austausch sein können. 

Maßnahmen für „Nadelöhre“

Vor allem die Holländer würden sich besonders nach Skifahren in Österreich sehnen, insgesamt auch viele Städter, die sich nach Schnee sehnten. Reisende verbinden mit dem Skifahren durchwegs das Gefühl von Freiheit, Kontrolle und Selbstbestimmtheit. Dem gegenüber stehe das aktuelle Empfinden von Ohnmacht, mit ganz konkreten Fragen zu Abläufen: Wie verhalte ich mich in einer Schlange von Skiläufern, die vor dem Sessellift angestellt sind? Wie komme ich zu einem heißen Tee oder zu Essen, ohne mit 20 Menschen auf Tuchfühlung gehen zu müssen? Wie verhalte ich mich im Hotel? Ist es gut in die Sauna zu gehen, will ich mich am Buffet anstellen?

Das Gefühl der Ohnmachtsgefahr ("Verengung") entsteht besonders bei Lift- und Gondelanlagen, Hotels und Hütten und Hotels/Unterkünften. Diese drei "Nadelöhre" brauchen klare Maßnahmen, und zwar tagesaktuell und jederzeit einsehbar, wie es etwa mit Auslastungen und Wartezeiten aussieht. Denn die Menschen sorgten sich auch vor einem 'Pandemie-Urlaub', mit Warnschildern vor Corona-Gebieten, gerade wenn man meine, in den Bergen Corona ein Stück weit zu entkommen. Vor allem Deutsche wollten nicht überall an Corona erinnert werden, besagten die Interviews.

Die Österreich Werbung stellt dem heimischen Tourismus die kompletten Studienergebnisse zur Verfügung. Österreichische Touristikerinnen und Touristiker können die Studie hier kostenlos anfordern. 

(APA/Red)

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