28.07.2021

Seilbahnbetreiber investieren heuer um zwei Drittel weniger

Die Coronapandemie und damit einhergehende Umsatzeinbußen hinterlassen Spuren in der Seilbahnwirtschaft. Betreiber investieren heuer laut einer Umfrage der Wirtschaftskammer deutlich weniger als im ersten Coronajahr.

2019 investierten die Seilbahnbetreiber 700 Mio. Euro, das Investitionsvolumen werde wohl noch weiter sinken, prognostizierte Franz Hörl, oberster Seilbahnvertreter in der Wirtschaftskammer, im Ö1-"Mittagsjournal" am Mittwoch. Denn aktuell werde vor allem in "Nachziehinvestitionen und Fertigstellungen" investiert. Dabei nehme der Osten Österreichs mehr Geld in die Hand als der Westen. "In den großen Skigebieten im Westen kann man durchaus ein, zwei Jahre eine Bremse einlegen, ohne dabei international zu verlieren – den anderen Skigebieten geht es ja auch nicht besser", erklärte Seilbahnchef Hörl.

So hätten sich Seilbahnbetreiber in Zell am Ziller (Bezirk Schwaz) in diesem Jahr für einen vorläufigen Baustopp entschieden, und Liftprojekte teils auf Folgejahre verschoben, schilderte Hörl. Obwohl die Buchungslage für den kommenden Winter gut sei, seien die Seilbahnbetreiber vorsichtig geworden. 

Als Beispiel für eine von Hörl ins Gespräch gebrachte "Nachziehinvestition" gilt die neue Seilbahn am Kreischberg in der Steiermark. Hier wurden trotz eines Umsatzrückgangs von 80 Prozent im vergangenen Winter 40 Mio. Euro in eine neue 10er-Gondel investiert – die größte Investition in der Geschichte des Betriebs. Eine Verschiebung des Baus war Kreischberg-Geschäftsführer Karl Fussi zufolge kein Thema. Allerdings rechne er erst ab Beginn einer "normalen, erfolgreichen Wintersaison 2022/23" mit der Rückzahlung der Investitionen. Fast die gesamten Investitionen des Bundeslandes – konkret 48 Mio. Euro – entfallen auf dieses Projekt, vor der Coronakrisa (2019) hatte die Steiermark noch 60 Mio. Euro investiert.

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