13.11.2020

Selbstversuch mit Gansl to go

Als Fan dieser herbstlichen Kulinarik-Tradition holte ich mir die Köstlichkeit vom Wirtshaus aus der Umgebung. Einfach perfekt! Ein Erfahrungsbericht von Axel Schimmel.

Irgendwann war es der ewigen Fragerei, wo es denn ein gutes Gansl gäbe, zuviel: „Kinder, es ist Corona, die Wirtshäuser haben zuhu!“ – lautete die zunehmend genervte Antwort. „Aber“, so der Nachsatz, „es gäbe eine zweite Möglichkeit: Wir holen uns eins vom Wirten.“ Gesagt, getan.

Seit Tagen kündigt eine Tafel auf der Fahrt mit dem Rad in die Stadt – ausgerechnet bei einem Tennisstüberl – „ofenfrische Gansln zum Mitnehmen“ an. Alleine diese Tatsache sorgt für erhöhten Speichelfluss während man in die Pedale tritt.

Freundlich, flexibel, ressourcenschonend

Anruf in besagtem Stüberl; die Bestellung wird äußerst höflich entgegengenommen. „Es gibt die Gans natürlich, dazu Servietten- und Kartoffelknödel, Blaukraut, Natursaftl und einen geschmorten Apfel mit Preiselbeeren. Wie wünschen Sie es abzuholen? Sollen wir es gleich verpacken oder kommen Sie mit eigenen Behältern?“

Nachdem die Abholzeit auf 17.00 Uhr festgesetzt wurde, radelte ich mit einer Rein und vier Reindln in so einer übergroßen Einkaufstasche am Lenker die wenigen Minuten zum Tennisplatz. Als wäre es synchronisiert, zog der Wirt, der Shutdown-bedingt zugleich Küchenchef ist, die Gänse aus dem Rohr als der Abholer eintritt. Alles hinein in die Rein, bezahlt (39,80 für zwei Portionen), und mit leichtem Geklapper der Deckeln wieder den Nachhauseweg angetreten. Daheim Backrohr an, den Rotwein entkorkt (Blaufränkisch Lehmgrube von Günter Schönberger aus Podersdorf) und die restlichen Zutaten auf dem Herd noch kurz aufgeheizt. Um 17.30 Uhr wird zugeprostet und ein herrlich zartes Gansl mit krachender Kruste verzehrt. Alles in allem sind 40 Minuten vergangen, vom Abholen bis zum Essen. Kein Küchen- oder Bratgeruch in der Wohnanlage, ja sogar das Geschirr ist bereits abgewaschen, bevor der zweite Blaufränkisch dran glauben musste.

Ein Trend, der bleiben wird

Liebe Wirte, machen Sie das unbedingt nach, sofern Sie es nicht ohnedies längst tun! Take-away wird als Trend bleiben, wenn wir längst nicht mehr über Corona reden. Machen Sie Ihre Speisekarte Take-away-tauglich; investieren Sie in kluge – wiederverwendbare – Behältnisse mit Warmhaltefunktion; haben Sie Tragetaschen bereit; halten Sie Begleitgetränke parat (Bouteillen zum Mitnahmepreis); kreieren Sie pfiffige Desserts, die als Gimmicks immer gerne mitgenommen werden. Schaffen Sie mit Mehrkaufrabatten (kauf 10, krieg 11) eine echte Kundenbindung. Das bedingt natürlich einen (Stamm-)Gästekreis, der über digitale Kanäle erreicht werden kann. Bilden Sie Facebook- und Whats-App-Gruppen, legen Sie E-Mail-Verteiler an und vor allem – hegen und pflegen Sie diese.

Denn eines ist sicher: Wer die Klaviatur dieses Systems beherrscht, wird auf der Gewinnerseite sein. Mein zweites Gansl ist bereits für kommende Woche avisiert.

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