07.02.2019

Serviced Apartments: Eigene Plattform statt Restl´n verwerten

Eric-Jan Krausch ist CEO von Acomodeo, einer Buchungsplattform für Services Apartments im deutschsprachigen Raum. Er spricht mit Stammgast.Online über die Notwendigkeit einer klaren Definition und einer eigenen Buchungsplattform für das aufstrebende Beherbergungssegment.

Stammgast.Online: Woher kam die Geschäftsidee, eine Plattform für Serviced Apartments zu machen?
Eric-Jan Krausch: Es gibt im deutschsprachigen Raum relativ wenige Kanäle, wo man für einen Long-stay-Aufenthalt umfangreiche Angebote zur Verfügung hat. Oft gibt es auf den OTAs nur „Restlvermarkter“, um das Haus irgendwie voll zu kriegen. Dabei muss man dieses Segment viel attraktiver anpreisen. 

Sind Serviced Apartments Ihrer Meinung nach Mitbewerber der klassischen Hotellerie?
Naja, der Preis beantwortet die Frage. Wenn ich mittels Apartmentradar den Wiener Raum ansehe, also Long-stay und short-stay zusammen, dann komme ich auf einen Durchschnittspreis von 71 Euro pro Nacht inklusive Frühstück. In einem Hotel im Vergleichszeitraum zahle ich jedoch 90 Euro. Wenn ich mir, oder das Unternehmen sich somit 28 Prozent ersparen kann, ist das schon ein Argument. 

Also sind sie Konkurrenten?
Wir arbeiten auch mit Hotels, sogar großen Ketten wie das Marriott partnerschaftlich zusammen, die einen Teil ihrer Zimmer über uns anbieten. Das ist eine Chance gegenüber den privaten Anbietern. 

Wieviele Zimmer haben Sie im DACH-Raum unter Vertrag? Von wievielen Anbietern?
Aktuell rund 40.000 Einheiten sind buchbar, da sind noch keine Ferienwohnungen dabei. Diese kommen von rund 800 verschiedenen Dienstleistern, also stellt ein Partner im Durchschnitt 60 Apartments zur Verfügung.

Wie funktioniert bei Ihnen die Abrechnung?
Die ist sehr kundengetrieben, wie haben Verträge mit über 4000 Dienstleistern. Wir haben hier ein eigenes System eingeführt, weil es für größere Konzerne sehr schwierig wäre, mit einzelnen Dienstleistern für ihre Dienstreisen abzurechnen. Acopay erleichtert und standardisiert die Abrechnung, damit werden wir nur als Zahlungsmittler eingesetzt, sorgen für eine saubere Rechnungslegung. 

Welche Richtpreise haben Sie für Einheiten im Monat?
Wie haben die bekannten und beliebten Kategorien „Economy, Business und first“ eingeführt, in der ersten Kategorie starten die Preise bei rund 1,700 Euro im Monat, bei First bei 3,000 Euro. Wir haben es mit Sternen-Kategorien versucht, doch die Vergleichbarkeit ist hier schwierig. 

Wie sieht es auf dem Markt Österreich aus, gibt es hier noch Potenzial?
Ja, das ist definitiv ein Wachstumsmarkt, wobei in Wien das Wachstum überschaubar ist, jede Neueröffnung bringt gleich einmal 60 Einheiten oder mehr auf den Markt. Spannend wird es in Graz oder Linz, auch hier haben Projektentwickler den Apartmentbereich als Rendite-Quelle erkannt.
Es gibt hier rund 3000 Einheiten, lang nicht so viele, wie das Land vertragen könnte oder verdient hätte. 

Wie sieht Ihr Erlösmodell aus, woran verdienen Sie?
Wir setzen auf ein Provisionsmodell, 10 Prozent pro gebuchtem Apartment bleibt bei uns, das ist mit anderen OTAs vergleichbar.

Danke für das Gespräch.

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