18.10.2021

Sicher nicht!

Willys Gastro-Wochenrückblick diesmal über: Die Gastronomie muss und wird sich verändern, die Wirte und Gastronomen müssen umdenken und es wird alles teurer werden, tönt es allerorts gebetsmühlenartig auf die gesamte Branche herunter.

Das Damoklesschwert heißt Personalmangel, genauer gesagt Fachkräftemangel. Wobei es schon lange nicht mehr um bestens ausgebildete Köche oder Kellner geht, sondern um Spezialisten aus ganz anderen Branchen. Branchen, die erst auf dem zweiten Blick der Gastronomie ganz nahe sind und bisher definitiv nie und nimmer mit ihr verbandelt waren.

Betrachtet man das ganze derzeitige und hinkünftige Dilemma rund um unsere Gasthäuser und Restaurants ganzheitlich, so wird man nicht umhin kommen, sich diesen Branchen zu öffnen, zumindest jedoch anzunähern. Und, das Problem mit den mangelnden Fachkräften würde sich dann auch automatisch in Luft auflösen. Plötzlich wären Jobs frei für Ernährungscoaches, Diätologen, Stoffwechselspezialisten und andere Ärzte sowie Physio- und Psychotherapeuten.

Im Sinne unser aller Gesundheit wird es dann hinkünftig nicht mehr vorkommen, wenn ein übergewichtiger Gast eine dicke, fette Malakofftorte bestellen will oder eine bereits angeheiterte Kichererbse den siebenten Prosecco. „Sicher nicht!“, wird es dann heißen, und die überzeugende Fachkraft erklärt dann warum nicht. Freilich setzt das einige Vorarbeiten voraus. Neben der 3G-Kontrolle am Eingang und der Registrierung braucht man dann halt auch gut geschultes Personal zur Blutzucker-, Blutdruck - und BMI-Messung, zur Ernährungberatung beim Studieren der Speisekarte und als penibler Promillewächter bei Herrschaften, die mit einem Fahrzeug gekommen sind, wurscht ob mit dem Fahrradl oder dem SUV.

Nicht zu vergessen, weil ganz besonders wichtig: Ein eigener Abfallbeauftragter, der ganz genau drauf schaut, dass der Wirt nichts wegschmeißt, was noch verwertbar ist. Und sei es als Damenspende. Oder so.

Ja, die Gastronomie muss und wird sich verändern, nicht nur in ihrem Sinne und im Sinne der Konjunktur, sondern auch in unserem, also dem der Gäste. Unserer Gesundheit und der Umwelt zuliebe. Bei Wirkungen fragen Sie dazu nicht Ihren Apotheker, sondern Ihren Koch!

redaktion(at)hotelundtouristik.at

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