02.10.2019

Skigebiet Gaißau-Hintersee: Konkursantrag gestellt

In die Frage nach der Zukunft des kleinen Salzburger Skigebiets Gaißau-Hintersee könnte Bewegung kommen: Wie die "Salzburger Nachrichten" und die "Kronen Zeitung" berichteten, haben am Montag acht Grundeigentümer - allen voran zwei Almgenossenschaften - einen Konkursantrag gegen die sich mehrheitlich in chinesischem Besitz befindliche "Gaissauer Bergbahn GmbH" eingebracht.

Das Unternehmen soll mit Pachtzahlungen massiv im Rückstand sein. Kolportiert wird ein Betrag in niedriger sechsstelliger Höhe. Alle Versuche, an das ausstehende Geld zu kommen, seien bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Bereits im Mai hatten auch die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) als der größte Grundbesitzer im Skigebiet auf Vertragsauflösung mit den Bergbahnen geklagt.

"Bis heute wurden weder die offenen Forderungen beglichen noch die vertraglich vereinbarte Bankgarantie erbracht", sagte ÖBF-Sprecherin Pia Buchner zur APA. Die Bundesforste haben vor diesem Hintergrund auch eine Versäumnisklage eingebracht, das entsprechende Gerichtsurteil stehe aber noch aus. "Wir prüfen derzeit weitere rechtliche Schritte." Auf eine Reaktion aus China habe man bisher vergeblich gewartet.

Das in der Nähe der Stadt Salzburg gelegene Skigebiet mit neun Liften ist für die Gemeinden Krispl-Gaißau und Hintersee wirtschaftlich wichtig. Es verfügt über keine künstliche Beschneiung und ist deshalb von Naturschnee abhängig. Der chinesische Geschäftsführer der Bergbahnen, Zhong Hui Wang, hatte Ende 2018 in einer Videobotschaft Investitionen in der Höhe von bis zu 33 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt. Und er wies damals darauf hin, in den vergangenen Jahren bereits mehr als sieben Millionen Euro in den Betrieb des Skigebiets und in die Region gesteckt zu haben.

Skibetrieb nicht wahrscheinlich

Dennoch standen im vergangenen Winter die Lifte trotz bester Verhältnisse still. Und auch für die kommende Saison dürfte es wenig Hoffnung auf einen Betrieb geben. Selbst wenn die Eigentümer noch grünes Licht geben sollten: Den Bergbahnen fehlt es an Personal, auch notwendige Revisionsarbeiten wurden nicht durchgeführt.

Das Land Salzburg wäre auf jeden Fall bereit, Investitionen in Lift- und Beschneiungsanlagen mit maximal zwei Millionen Euro zu fördern. "Das setzt aber voraus, dass ein entsprechendes Betriebskonzept vorgelegt wird", sagte ein Sprecher des zuständigen Landeshauptmanns Wilfried Haslauer (ÖVP) am Mittwoch zur APA.

Die "Gaissauer Bergbahn GmbH" befindet sich seit 2016 zu 75 Prozent im Besitz der chinesischen J&Y Holding Group Ltd. in Peking. Der frühere Haupteigentümer Gernot Leitner ist mit seiner Masterconcept Consulting GmbH mit acht Prozent beteiligt. Zehn Prozent hält der Hinterseer Hotelier Albert Ebner, sieben Prozent besitzt die SPDM GmbH in Wien. Im Jänner 2017 stellten die Bergbahnen nach wirtschaftlich turbulenten Jahren einen Antrag auf Insolvenz, um mit einer Entschuldung den Betrieb langfristig abzusichern. Der Sanierungsplan wurde mehrheitlich angenommen, die Gläubiger erhielten damals eine 30-Prozent-Quote.

 

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