28.12.2020

Skiwochenende: Konsequenzen für schwarze Schafe

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von vielen hervorragenden Beispielen, was die Einhaltung Coronaregeln bei den Skiliften betrifft, aber auch von solchen "die ich so nicht mehr sehen will". Strenger urteilt man im Innenministerium.

Besonders bei den großen Betrieben war die Disziplin sehr hoch, betonte am Montag Gesundheitsminister Anschober bei einem Medientermin. Das war aber leider nicht überall der Fall. „Ich hoffe sehr, dass der Mindestabstand auch vor den Seilbahnen eingehalten wird und dass die Regeln, die wir ermöglicht haben, nicht zu einer schlechten Entwicklung führen“, so der Minister.

Vereinzelt sei es – vor allem in Skigebieten nahe der Ballungsräume und mit vielen Tagesgästen – zu Problemen gekommen. Dort bedarf es dringend der nötigen Verbesserungen. Innenminister Karl Nehammer: „Für das Betreiben von Skiliften gelten gerade jetzt nicht ohne Grund strenge Vorschriften. Wenn einzelne Liftbetreiber sich jedoch nicht an die Regeln halten und nicht richtig vorbereitet waren, dann kann das nicht ohne Konsequenz bleiben. Jeder Betreiber muss damit rechnen, dass er nicht nur von der Polizei schwerpunktmäßig kontrolliert und angezeigt wird, sondern auch von den Gesundheitsbehörden gestraft wird.“

Ärger bei anderen Unternehmern

In den sozialen Medien beklagten sich einige Unternehmer darüber, dass ihnen durch den laufenden Lockdown die Geschäftsgrundlage entzogen werde, während sich beim Skilift aber – zumindest zum Teil – Menschenansammlungen bilden würden. Eine Kärntner Juwelierin hatte am Sonntagabend auf Facebook gepostet: „Ich leite ein kleines Familienunternehmen im Handel und nehme die Covid-Maßnahmen ernst und setze sie auch in meinem Betrieb einsichtig und nach bestem Wissen und Gewissen um.“ Nun müsse sie geschlossen halten. Sie freue sich, dass Skigebiete unter Auflagen aufmachen können. Das habe bei einem Besuch mit ihrer Familie in einem Skigebiet gestern bei der Kassa wie auch in der Gondel funktioniert. Entsetzt seien sie und ihre Familie aber gewesen, „welches Bild sich uns bei den Lift-Talstationen bot“.

Zwar habe es Hinweistafeln zu den Abstandsregeln gegeben. Mitarbeiter hätten die Regeln aber nicht kontrolliert. „Viele Leute hatten hier keine Maske auf.“ Am Sessellift habe sich zwei Mal eine fremde Person zu Familienmitgliedern gequetscht. „Niemand hat die Leute darauf aufmerksam gemacht, dass man wenigstens einen Sitz zwischen fremden Haushalten frei lassen soll.“ Klar sei zwar, dass sich nie alle Skifahrer an die Abstandsregeln halten würden. Aber eine solche Situation sei für Händler und Gastronomie, die zu haben müssen, „ein Schlag ins Gesicht“, so die Unternehmerin auf Facebook. „Es geht darum, dass die Regeln kontrolliert werden müssen“, sagte sie am Montag zur APA.

(APA/Red)

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