06.11.2019

So wird der Wein sein

Für den Jahrgang 2019 spricht Österreich Wein Marketing von einer ausgezeichneten Traubenqualität in durchschnittlicher Menge. Die Weinbaugebiete im Überblick.

Nach der letztjährigen frühesten Lese aller Zeiten fand die Ernte heuer wieder zum üblichen Zeitpunkt statt. Besonders erfreulich war das gute Lesewetter, sodass die Ernte in Ruhe und planvoll eingebracht werden konnte. Das warme Jahr mit Trockenperioden brachte eine sehr gute Traubenreife und eine durchschnittliche Menge, wobei die kühlen Herbstnächte für exzellente Fruchtigkeit und gute Säurestruktur sorgten. Die Monate Jänner, Februar und März waren überdurchschnittlich mild und sehr trocken, Kälteperioden wie im Vorjahr blieben aus.

Wiener Weingeschmack

Für die Trauben aus den verschiedenen Bundesländer ergeben sich daraus spezifische Geschmacksfelder. Österreichs Hauptstadt konnte heuer beispielsweise hervorragende Qualitäten in etwas geringerer Menge als im Vorjahr einbringen. Die Witterung während der Vegetation verlief fast deckungsgleich wie in den anderen Weinbaugebieten, auch wurden die Wiener Weingärten von größeren Wetterunbilden verschont. Ebenso erlaubte das schöne Lesewetter zügiges Arbeiten ohne Unterbrechungen, und so war man auch in Wien Mitte Oktober mit der Ernte fertig. Der „Junge Wiener“ gibt bereits einen sehr guten Vorgeschmack auf die Weine, die zu erwarten sind: fein, sortentypisch, mit ausgeprägter Trinkigkeit und guter, schön eingebundener Säure.

Steiermark mit etwas mehr Wein

Im Gegensatz zu anderen Weinbaugebieten führte der Regen in der Steiermark nach aktuellen Schätzungen zu einer etwas größeren Erntemenge als 2018. Gesunde Trauben, deren Reife heuer in einem etwas späteren und somit kühleren Zeitraum erfolgte, lassen sehr harmonische, ausgewogene und besonders fruchtige Weine erwarten. Ein klassisch steirischer Jahrgang mit frischer Säure und moderatem Alkoholgehalt wartet auf die Weingenießer. Intensive Aromen nach frisch geerntetem Kernobst wie Apfel, aber auch Zitrusnoten, die durch kühle Nachttemperaturen während der Reifezeit stark ausgebildet wurden, prägen den Steirischen Junker – ein guter Vorbote für den Jahrgang 2019.

Das kraftvolle Burgenland

Vom Norden bis ins Südburgenland freut man sich über die hervorragende Traubenqualität. Nach dem überdurchschnittlichen Ernteergebnis 2018 sind heuer aber rund 30 Prozent weniger Menge zu verzeichnen. Die Saftausbeute war aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer sehr gering, die Trauben dafür umso intensiver im Geschmack. Die Jungweine zeigen sich sehr aromatisch und mit einem sehr guten Säuregerüst, das besser als 2018 beurteilt wird. Vielversprechend ist auch das Reifepotenzial, sodass der Jahrgang 2019 sicher noch länger für ausgezeichneten Genuss sorgen wird.

Vorfreude auf Niederösterreichs Wein

Nach dem Ernteplus des letzten Jahres gab es heuer in Niederösterreich bedingt durch Hitze und wenig Niederschlag etwas weniger Trauben, die dafür vollreif und sehr gesund waren; die erwartete Qualität ist ausgezeichnet. Die Kellerarbeit läuft aktuell reibungslos, die Jungweinverkostungen lassen die Vorfreude auf einen großen Jahrgang wachsen. Die 2019er-Weine zeichnen sich durch einen angenehmen Trinkfluss und eine ausgeprägte Sortentypizität aus. Der gehaltvolle Charakter wird von einem moderaten Alkoholgehalt unterstützt, die gute Säurestruktur fördert zudem die Fruchtigkeit.

Keine Hagelschäden

In allen Weinbaugebieten wurde die Blüte bis Mitte Juni relativ zügig beendet. Der wärmste, sonnigste und trockenste Juni aller Zeiten (4,7 °C über dem Durchschnitt seit Beginn der Messungen 1767) war ein Monat für die meteorologischen Geschichtsbücher, auch Juli und August waren überdurchschnittlich warm. Mehrere Hitzewellen mit teils schweren Gewittern und sintflutartigen Regenfällen prägten diese Sommermonate. Von größeren Hagelschäden blieb man heuer zum Glück aber verschont.

Details zu den Weinbaugebieten finden Sie hier.

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