27.07.2022

Sommerurlaub boomt, Probleme bleiben

Die Beherbergungsbetriebe haben heuer von Mai bis Juni rund 19,2 Millionen Nächtigungen verzeichnet. Trotz höherer Beschäftigungsquote als vor der Krise, haben viele Betriebe noch immer akuten Mitarbeiterbedarf.

Urlaub in Österreich ist zum Start in den Sommer gut gebucht und schon wieder nahezu so gefragt wie vor der Pandemie. Die laut vorläufigen Zahlen von Statistik Austria rund 19,2 Millionen Nächtigungen in den ersten beiden Monaten der Sommersaison sind um lediglich 4,5 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2019 (20,1 Millionen) und bewegte sich nur knapp unter dem Niveau von 2018 (19,3 Millionen). Das erste Drittel des Sommerhalbjahres ist damit das bisher drittstärkste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Zahl der Nächtigungen von Gästen aus dem Inland erhöhte sich gegenüber dem Vor-Corona-Niveau von 2019 um 6,5 Prozent auf 7,2 Millionen. Das entspricht einem Anteil an den Gesamtbuchungen von 37,6 Prozent. Die Buchungen aus dem Ausland verringerten sich im Zweijahresabstand um 10,1 Prozent auf 11,95 Millionen. Das Gros der Buchungen entfiel mit 12 Millionen Übernachtungen allein auf den Monat Juni. Das waren um 60,6 Prozent mehr als im Juni 2021 und schon wieder fast so viele wie im Juni 2019, also vor Corona, mit 12,6 Millionen Nächtigungen.

In allen Bundesländern außer Niederösterreich gab es zum Saisonauftakt im Vergleich zu 2019 Zuwächse bei den Nächtigungen inländischer Gäste. Gleichzeitig verringerten sich die Buchungen ausländischer Urlauber überall außer in Vorarlberg.

Im gesamten ersten Halbjahr 2022 lagen die Nächtigungen mit 62,5 Millionen Nächtigungen allerdings noch um 18,1 Prozent unter dem Niveau vor der Coronapandemie - zwischen Jänner und Juni 2019 waren rund 76,4 Millionen Nächte gebucht worden. Das erste Halbjahr 2021, das mit 14,1 Millionen die geringste Anzahl an Nächtigungen seit Beginn der Aufzeichnungen auswies, wurde heuer weit übertroffen.

Die Mitarbeiterprobleme bleiben

Österreich gehöre bei Gästen aus dem In- und Ausland beim Sommerurlaub wieder zu den beliebtesten Reisezielen, fasst Tourismusstaatssekretärin Susanne Kraus-Winkler zusammen: „Die Sonderbudgets der Österreich Werbung zeigen hier große Wirkung und waren wichtige Beiträge zu diesen ersten Sommerergebnissen.“

Gleichzeitig sind bekannte Probleme nicht verschwunden, vor allem die Teuerung und der immer stärker werdende Mitarbeiterbedarf. „Um die (guten Zahlen) in die Herbst- und Wintersaison mitnehmen zu können, braucht der Tourismus verständlicherweise wieder einmal Planbarkeit für die vielen Fragezeichen rund um Energiekrise, Covid und Teuerung, obwohl diese Entwicklungsszenarien in Wirklichkeit derzeit besonders schwer abzuschätzen sind“, so Kraus-Winkler.

Um auf den stark steigenden Bedarf an Mitarbeiter:innen entsprechend zu reagieren, brauche es ein Bündel an verschiedenen Maßnahmen und Lösungsansätzen. An diesen wird derzeit, gemeinsam mit der Branche, den Sozialpartnern und der Politik über den Sommer intensiv gearbeitet. „Wir brauchen zeitgemäße politische Rahmenbedingungen, um die Attraktivität des Tourismus als Arbeitgeber spürbar zu machen. Viele Tourismusbetriebe sind bereits Vorreiter, was moderne Führungs- und Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten oder betriebseigene Kinderbetreuungsangebote angeht. Auch aufgrund des demografischen Wandels wird es für die Branche immer wichtiger, sowohl den sich ändernden Erwartungen junger Menschen zu entsprechen, als auch älteren Menschen sowie Personen mit Betreuungspflichten ein passendes Arbeitsumfeld zu bieten“, so Kraus-Winkler. Bei einem Sozialpartnergipfel im Herbst sollen die nächsten Schritte und Zukunftsperspektiven diskutiert werden.

(APA, red)

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