11.05.2020

Steuersenkung & Co. - das Wirtshauspaket im Detail

Mit dem 500 Millionen Wirtshauspaket soll der Neustart bestmöglich gelingen. Ein Mix aus Entlastungen und Unterstützung - Steuersenkungen auf Getränke, höhere Pauschalisierung - erleichtert den Wirten den Weg aus der Krise, ist man im Ministerium überzeugt.

Das Wirtshauspaket der Bundesregierung enthält eine Senkung der Steuer auf nichtalkoholische Getränke in Wirtshäusern auf 10%. Die Regelung soll vorerst bis Ende 2020 gelten, diese Entlastung ist in einer Höhe von rund 200 Mio. Euro kalkuliert. „Wir senken in der Gastronomie und Beherbergung die Steuersätze für Konsumation auf ein Mindestmaß“, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Auf alkoholische Getränke darf aufgrund von EU-Vorgaben nicht gesenkt werden.

Weiters wird es eine Vereinfachung und Entlastung durch höhere Pauschalierung geben. Darin enthalten ist eine Erhöhung der Pauschalierungsgrenze von 255.000 auf 400.000 Euro, eine Erhöhung des Grundpauschales von 10 auf 15% sowie eine Erhöhung des Mindestpauschalbetrages von 3.000 auf 6.000 Euro. Die Gesamtentlastung beträgt somit bis zu 100 Mio. Euro.

Außerdem soll es mehr Geld für Dorfwirtshäuser geben. Besondere Unterstützung erhalten damit strukturschwache Regionen und kleine Dorfwirtshäuser. Die Mobilitätspauschale wird von 2 % auf 6% erhöht für Gasthäuser in Gemeinden bis 5.000 Einwohner und 4% für Gasthäuser in Gemeinden bis 10.000 Einwohner. 

Eine weitere Maßnahme sind höher dotierte Essensgutscheine für mehr Konsum. Die Anhebung der Höchstgrenze für steuerfreie Gutscheine von derzeit 4,4 Euro auf 8 Euro (im Gasthaus verwendbar) und von 1,1 Euro auf 2 Euro (für Lebensmittelgeschäfte) ist geplant. 600.000 Arbeitnehmer und die Gastwirte sollen damit profitieren (Paket in Höhe von 150 Mio. Euro). 

Auch die Absetzbarkeit von Geschäftsessen wird erhöht von 50 auf 75 Prozent, was mehr Anreiz für Geschäftsessen in den Wirtshäusern bieten soll. Das Ausmaß dieser Maßnahme beträgt rund 25 Mio. Euro

Und nicht zuletzt wird die Schaumweinsteuer abgeschafft (Entlastung rund 25 Mio. Euro).

Beispiele für Gastrobetriebe

Ein Gastronomiebetrieb in einer kleinen Gemeinde mit 115.000 Euro Umsatz zahlt aktuell 3.671 Euro Steuern. Durch die Maßnahmen der Regierung zahlt er heuer nur 871 Euro, rechnet man im Tourismusministerium vor. Damit sinke die Steuerlast für diesen Betrieb auf ein Viertel.

Ein Gastronomiebetrieb in einer mittegroßen Gemeinde (7.000 Einwohner) mit einem Umsatz von 160.000 Euro pro Jahr zahlte bisher 6.260 Euro an Steuern. Mit den oben beschriebenen Maßnahmen reduziert sich diese Steuerlast auf 2.390 Euro (Reduktion um mehr als 60%).

„Diese Entlastungen mit einem Volumen von bis zu 500 Mio. Euro werden die Starthilfe sein, die unsere Gastronomie in den nächsten Monaten braucht“, ist Köstinger überzeugt. „Es geht uns darum, die Existenz unserer rund 40.000 Gastro-Betriebe zu sichern, denn sie geben auch 145.000 Menschen Arbeit und Einkommen.“

 

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