14.06.2022

Szenegastronom Martin Ho expandiert mit Starfotograf Michel Comte

Die Kulinarik-Unternehmen von Unternehmer Martin Ho verpassen sich ein neues Corporate Design und werden unter der einheitlichen Marke "Dots" gebündelt. Dahinter steht die weltweite Expansion im Herbst.

Ein internationales Kreativteam unter der Leitung von Starfotograf Michel Comte zeichnet dafür verantwortlich. Die Agentur Haider Zotti hat das neue Logo und Corporate Design entwickelt. Ein exklusives Gespräch mit Martin Ho über seine Investitionen.

Warum braucht es einen neuen Markenauftritt?
Martin Ho: Wir wollen klarer demonstrieren, wer wir sind und müssen uns daher deutlicher positionieren und das auch kommunizieren. Essen, Trinken, Tanzen und wieder von vorne ist das, was wir tagtäglich bieten – daher bündeln wir unsere Kulinarikangebote auch unter der ein­heit­lichen Marke Dots und dem Claim "Eat.Drink.Dance.Repeat." Alles, was rein Party ist, bleibt, also etwa die Pratersauna in Wien oder das Take Five in Kitzbühel – es wäre auch abwegig, diesen prestigeträchtigen Namen mit dem Image als stets einer der besten Clubs Europas anzugreifen.

Welche konkreten Überlegungen stehen denn hinter der neuen Marke?
Die zentrale Frage bestand darin, wie wir eine Marke kreieren können, die in jeder anderen Stadt dieser Welt ebenso greifbar ist und funktioniert. Denn hinter all dem steht eine große Globalisierungsoffensive im Herbst, bei der wir mit internationalen Partnern die Marke Dots erstmalig in großen Städten platzieren: Miami, New York, London, Dubai, Hongkong und Kitzbühel. Für die Internationalisierung haben wir Michel Comte als Art Director und Consultant gewonnen.

Ein großer Name – was erwarten Sie von ihm?
Michel Comte hat maßgeblich am neuen Auftritt mitgearbeitet und realisiert nun mit seinem Team aus Schweizer und japanischen Architekten Design als auch das Interior für die Dots-Betriebe weltweit. Ich habe immer gesagt: Für die nun folgende Internationalisierung will ich auf einen großen Namen setzen, der vor als auch hinter der Kamera gut ist. Ich habe Michel vor fast zehn Jahren kennengelernt und wir waren stets in regem Kontakt. Doch erst jetzt haben wir die richtige Reife, um mit so einem Menschen zu arbeiten. Es gibt nahezu niemanden auf dieser Welt, der Bedeutung hat und nicht vor seiner ­Kamera gestanden hat.

Wird es in der Internationalisierung lokale Abstufungen geben oder bleibt ein einheitlicher Auftritt?
Wien bleibt Wien, das sollte man auch spüren, wenn man vor Ort ist: Die Wiener Standorte stellen meine Wurzeln dar, das spiegelt meine ersten nun schon fast 20 Jahre wider. Für große internationale Städte aber ziehen wir eine gemeinsame Linie durch. Denn internationale Maßstäbe wollen befriedigt werden, und wir erfüllen eben Erwartungen bei unseren Gästen.

Wie groß ist das Investment in die Marke?
Die Globalisierung samt Konzeptionierung und Neuausrichtung der Marke beläuft sich auf fast eine halbe Million Euro, um überhaupt einmal so weit zu sein, in die Internationalisierung gehen zu können – und da ist noch kein einziges Lokal zu sehen, das sind die Investitionskosten rein am Papier. Marketingtechnisch ist das das größte Investment in unserer Geschichte.

Marken sind oft stark von Menschen getrieben. Martin Ho ist eine durchaus nicht unumstrittene Person. Wie schwierig ist denn das für Image und Marketing?
Natürlich ist das nicht immer einfach. Aber die von uns entwickelten Marken und die dahinter arbeitenden Menschen sind so gut, dass dieser Umstand alles andere ausblendet. Die Leute, die uns kennen – und wir kennen die meisten unserer Gäste persönlich – sind loyal und sie wissen, was wir bieten. Die Menschen, die negative Medienberichte ernst nehmen, waren nie wirklich Kunden von uns. Und zudem wird ständig der Beisatz "Ein Freund von Sebastian Kurz" gebracht, obwohl das für den Bericht komplett belanglos ist, nur um Aufmerksamkeit und Aufregung zu erzeugen. Aber darum geht es im Endeffekt gar nicht: Wir sind jeden Freitag und Samstag knackevoll bis fünf Uhr in der Früh – und das ist das, was zählt. Die Marke ist stark genug – und diese Marke stemmt auch mich als Person und überlebt mich.

Gastronomie hat viel mit realem Erleben zu tun. Wie viele Gedanken machen Sie sich denn über virtuellen Konsum, Stichwort Metaverse?
Ich verfolge Trends und Entwicklungen immer, weil unsere Kundschaft es auch tut. Klar kennen wir etwa die NFT- und die Kryptoszene, weil sie bei uns ein uns aus geht. Wir können es also gar nicht nicht wissen. Aber ich glaube, solange der Mensch aus Haut und Knochen besteht und dazwischen die gewünschte Menge Blut fließt, werden wir emotional geleitet sein und zwischenmenschliche Erlebnisse brauchen. Wir brauchen gute Musik, guten Wein, gute Freunde – solang das präsent ist, werden wir genau das mit realen Erlebnissen bedienen.

Danke für das Gespräch.

Dieser Artikel erschien zuerst auf horizont.at

(Von Jürgen Hofer)

 

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten