14.05.2019

Talent und harte Arbeit

In Weiden am See bildete kamen rund 200 Touristiker für das Tourismusforum Burgenland zusammen um sich gemeinsam mit Genetiker Markus Hengstschläger dem Problem des Mittelmaßes anzunehmen.

Als Höhepunkt hielt Universitätsprofessor Markus Hengstschläger, der international renommierter Humangenetiker und Bestsellerautor („Die Durchschnittsfalle“), eine Keynote mit dem Titel „Die Zukunft kommt so oder anders: wir müssen uns auf beides vorbereiten." Durch den Abend führte Wetterexperte und Wahlburgenländer Marcus Wadsak. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Tourismuslandesrat Alexander Petschnig sowie Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton freuten sich über die große Beteiligung an der diesjährigen Veranstaltung.

Landeshauptmann Doskozil lobte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Tourismus und Kultur: „Die burgenländische Kultur hat eine enorme touristische Anziehungskraft. Das beste Angebot jedoch kann nur bestehen, wenn es entsprechend beworben wird. Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen Burgenland Tourismus und den Kulturträgern – zum Nutzen beider – so bedeutsam.“

Burgenland soll als Bio-Musterland durchstarten

Weiters berichtete er über das Ziel, Bio-Musterland zu werden und über die Integration in den Tourismus: „Immer mehr Menschen legen Wert auf Bio-Qualität und nachhaltige Ferien. Anstelle von Massentourismus heißt es immer öfter, regional die Natur zu genießen, sich mit hochwertigen Bio-Produkten kulinarisch verwöhnen zu lassen und sich Zeit für Entspannung zu nehmen. Ich denke, hier gibt es großes Potential.“ Petschnig hingegen warnte vor Stillstand: „Wettbewerbsfähig sind nur jene, die sich weiterentwickeln und sich von anderen unterscheiden. Das Burgenland ist in seiner Vielfältigkeit einzigartig und das macht es für den Gast umso interessanter. Qualität und Exklusivität sind heute ausschlaggebend für den Erfolg.“ Tourismus müsse eben auch gelebt werden, es gilt, sich eindeutig seiner Stärken zu bekennen und diese den Gästen entsprechend zu kommunizieren.

Mehr Ganzjahrestourismus und mehr Auslastung nötig

Burgenland Tourismus-Geschäftsführer Hannes Anton gab einen Rückblick auf das durchwegs schwierige Tourismusjahr 2018 sowie einen Ausblick auf die Herausforderungen für 2019 und die Zukunft im burgenländischen Tourismus: „Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des Landes. Diese Position lässt sich nur halten, wenn wir uns in unserer täglichen Arbeit an den strategischen Leitlinien orientieren. Künftig muss es noch stärker um mehr Ganzjahrestourismus, mehr Auslastung und Wertschöpfung durch Steigerung von Angebotsstruktur und -qualität, um die noch stärkere Bündelung touristischer Organisationen sowie um die Positionierung des Burgenlandes als ‚Kraft- und Energietankstelle‘ gehen.“

Talente bringen nur etwas gemeinsam mit harter Arbeit

Als Highlight des Abends begeisterte Gastredner und Genetiker Universitätsprofessor Markus Hengstschläger die Besucher mit einer spannenden Keynote zum Thema „Die Zukunft kommt so oder anders: wir müssen uns auf beides vorbereiten." Ob Industrie 4.0, Migration oder die digitale Transformation – die Gesellschaft untersteht heute einem permanenten Wandel. Um für einen sich immer rascher ändernden Markt gerüstet zu sein müssen Innovationen ständig neue Wege eröffnen. Wer einen neuen Weg gehen will, muss (s)ein Talent nutzen um den alten Weg zu verlassen. Laut Hengstschläger kommt jeder Mensch mit individuellen genetischen Leistungsvoraussetzungen zur Welt. Diese müssen durch harte Arbeit entdeckt und durch „extra miles“ in eine hervorragende Leistung umgesetzt werden. „Sich dabei zu sehr auf das Bekämpfen von Schwächen zu konzentrieren raubt nur Zeit sich seinen Stärken zu widmen und generiert Durchschnitt, den größten Feind von Innovation. Nicht blauäugige Optimisten, nicht Ängste und Pessimisten – wir brauchen Possibilisten“, so Hengstschläger.

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