18.06.2020

Tantris: Auf Haas folgt Hahn

Die Nachfolge am Herd des legendären Münchner Sternerestaurants „Tantris“ ist entschieden: Matthias Hahn, aktuell rechte Hand von Alain Ducasse, übernimmt ab Juli.

Das 1971 gegründete und bislang bedeutendste deutsche Nobelrestaurant Tantris bekommt einen neuen Chef. Nachdem Langzeitchef Hans Haas zum Jahreswechsel 2019/20 seinen Abschied in den Ruhestand bekannt gegeben hat, war die Eigentümerfamilie Eichbauer auf der Suche nach einem Nachfolger.

Dieser wurde nun in Matthias Hahn, aus Schwäbisch Hall stammend und in Diensten des französischen Starkochs Alain Ducasse stehend, gefunden. Hahn wird im Juli sein Amt als Executive Chef antreten und der Tiroler Haas wird zum Jahresende 2020 den Kochlöffel endgültig aus der Hand legen.

Aufgabe als klassischer Executive Chef

Der eigentlich nur in Insiderkreisen bekannte Hahn gab dann auch sogleich zu Protokoll, „nicht jeden Tag am Küchenpass stehen zu wollen. Natürlich werde ich auch mitkochen, aber meine Aufgabe ist auch, die Marke Tantris über den Herd hinaus neu zu entwickeln. Da ist viel Konzeptarbeit gefragt.“

Nach seinem Zivildienst studierte Hahn vier Semester lang Physik in Freiburg. Dann aber bekam er Lust auf praktische Arbeit, und er begann im Freiburger Hotel Colombi eine Kochlehre. Anschließend ging er nach Frankreich, um sich in mehreren Drei-Sterne-Häusern fortzubilden. Und das mit großem Erfolg: Seit 16 Jahren arbeitet Hahn in mehreren verantwortlichen Positionen für Alain Ducasse, einen der weltweit erfolgreichsten französischen Köche, der gleich mehrere Zwei- und Drei-Sterne-Restaurants in seinem Portfolio hat.

Unter anderem leitete Hahn das Restaurant Le Jules Verne im Eiffelturm, das ebenfalls zur Ducasse-Gruppe gehört. Die letzten neun Jahre war er als „Corporate Chef“ die rechte Hand von Ducasse, war für das Management der Gruppe verantwortlich und konzipierte unter anderem eine Reihe neuer Restaurants für Ducasse.

Millionenschwere Generalsanierung

Bevor Hahn im Münchner Stadtteil Schwabing so richtig Hand anlegt, steht dem Tantris noch eine Generalerneuerung bevor, die nicht nur mehrere Millionen Euro (so die Eigentümerfamilie Eichbauer) kosten, sondern auch mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehmen wird. Das vom Schweizer Architekten Dahinden entworfene Lokal steht mittlerweile unter Denkmalschutz und zum 50. Geburtstag im Dezember 2021 könnte man feierlich wiedereröffnen.

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