28.02.2020

Thema Coronavirus: Eventbranche vor großen Herausforderungen

Die Lage ändert sich derzeit beinahe stündlich, rund 230 Messeveranstaltungen weltweit wurden bisher aufgrund der Coronaviruskrise abgesagt. Hotel & Touristik hat mit Erik Kastner, Gründer und Geschäftsführer der OPUS Marketing und Branchensprecher und Präsident von eventnet.at, über die Lage in Österreich gesprochen.

Hotel & Touristik: Herr Kastner, wie ist die Lage in der Event-Branche, wie groß sind die Herausforderungen? 
Erik Kastner: Die Herausforderungen sind relativ groß. Wobei es uns in Österreich bisher nicht schwer trifft, international ist es sicher ein weitaus größeres Problem. Vor allem betrifft es jene Unternehmen, die am Markt China oder mit dem chinesischen Markt arbeiten. Dann kommt es zu Absagen bzw. Verschiebungen. 

Kommen diese Absagen vom Auftraggeber oder sind es die Veranstalter, die aus Sicherheitsgründen absagen müssen? 
Wir besprechen das natürlich immer mit unseren Auftraggebern, inwieweit eine Gefährdung vorliegt. Eigentlich sind es einfache Entscheidungen, denn wenn ich eine Veranstaltung durchführen will, mit einer Delegation aus China, und von 100 Teilnehmern sagen 98 ab …

Wie reagieren die Veranstalter?
Die Veranstalter sind immer noch sehr skeptisch, was Absagen betrifft. Sie nehmen das eher auf die leichte Schulter. Das ist mir ehrlich gesagt ein Dorn im Auge. Man soll keine Panik entwickeln, aber man muss schon aufpassen. Was da auch mitspielt, ist, dass Asiaten oft sehr empfindlich reagieren, was Stornierungen von Buchungen betrifft – wenn sie quasi ausgeladen werden. 

Das heißt, man muss mit Glacehandschuhen vorgehen? 
Ja, wenn man von europäischen Seite her eine Veranstaltung absagt oder verschoben werden muss, heißt es noch freundlicher als sonst zu sein und nicht den Corona-Virus direkt anführen als Grund.  

Welche Auswirkungen hat der Cornavirus-Krise auf Ihr Geschäft mit Opus Marketing?
Es gab ein paar Verschiebenungen. Nachdem wir uns vertraglich immer absichern, ist es kein so großes Thema geschäftlich. Wenn es zu einem Storno kommt, müssen die Auftraggeber zumindest den Aufwand bezahlen und den Verdienstentgang. Aber ja, es bleibt schon eine Herausforderung. Es ist für uns wie für ein Hotel: Wir verkaufen eine sehr verderbliche Ware. Ich kann ja morgen deswegen nicht vier Veranstaltungen machen. Auch ein Hotelbett, das bis heute nicht verkauft wird, kann bis morgen nicht zweimal verkauft werden.

 

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