17.07.2019

Therme Wien will Sommergeschäft ankurbeln

Die Therme Wien in Oberlaa hat in ihre Außenanlage investiert um den Sommer zu verstärken. Warum nicht nur der Winter für Thermenbesuche interessant ist, verrät Therme Wien-Geschäftsführer Edmund Friedl gegenüber der APA.

Himmelbetten, Picknickkörbe und Qualitätsliegen: Die Therme Wien in Oberlaa hat in ihre Außenanlage investiert und den Garten völlig neu gestaltet. Ziel ist, das Sommergeschäft weiter auszubauen, erzählte Thermen-Geschäftsführer Edmund Friedl im Interview mit der APA. Denn mittlerweile ist der Thermenbesuch nicht mehr nur in der kalten Jahreszeit gefragt, sondern auch im Sommer ein Thema.

"Wir haben schon sehr früh gemerkt, dass sich da was tut", erzählte Friedl. Daher wurde diesem Trend bereits beim Neubau der Therme, der 2010 abgeschlossen wurde, Rechnung getragen. "Unsere Aufgabe war damals, etwas Neues für unseren Markt zu bauen." Daher wurde gleich ein großer Außenbereich mitkonzipiert. "Wir haben uns überlegt: Was können wir im Sommer für unsere Gäste machen?" Denn die Besucherzahlen im Sommer sind seit Jahren steigend. Vor einigen Jahren betrug die Auslastung in der warmen Jahreszeit etwa 40 Prozent, mittlerweile ist sie auf mehr als 60 Prozent geklettert.

Um das Geschäft im Sommer weiter anzukurbeln, hat die Therme Wien nun den Garten völlig neu gestaltet: "Ein schöner Garten - wir sind überzeugt davon, dass das die Leute emotional berührt." Nun gibt es verschiedene Zonen, in denen sich die Gäste aufhalten können. Aus einem laut Friedl "schrägen und unmotivierten Hang" wurden beispielsweise terrassierte Ebenen mit duftenden Pflanzen. Damit die große Liegewiese nahe der Außenbecken kein "Rimini-Flair" versprüht, wurden Beeten mit hohen Gräsern (die allerdings noch wachsen müssen) angelegt. Diese sollen später für etwas mehr Diskretion sorgen.

Romantik und besondere Liegen

In einer weiteren Zone befinden sich etwa Himmelbetten, die Romantik versprühen sollen. Neuerdings können die Gäste beim Einchecken in die Therme auch Picknickkörbe bestellen, die später zum Himmelbett gebracht werden. Wie schon beim Thermenbau und -interieur selbst, legte Friedl auch im Garten Wert auf Qualität - selbst bei den Liegen, wie er betonte: Bestellt wurde "nicht irgendeine Pritsche, sondern eine hochwertige Liege".

Auch für das kommende Jahr hegt Friedl bereits (Ausbau-)Pläne: Dann soll nämlich der Außenbereich bei der Saunaanlage weiterentwickelt werden. Ebenfalls mit entsprechenden Zonierungen, gärtnerischen Elementen und einer Erweiterung der Produktpalette. Auch Ideen, was das Angebot an den Sommergast anbelangt, gibt es: So könnte sich der Therme-Geschäftsführer Yogastunden im Garten vorstellen. Eine weitere Aktion, die es bereits jetzt gibt, ist der "Sommertarif", bei dem der Eintrittspreis günstiger wird, wenn zumindest 25 Grad oder mehr Tageshöchsttemperatur angekündigt sind.

Wohin wachsen?

Insgesamt sieht Friedl die Therme Wien sehr gut aufgestellt. An und für sich sei der Thermenmarkt in Österreich gesättigt, Volumenszuwächse seien nur mehr über den Preis möglich. Nicht so in der Therme Wien: "Wir sind ein abgegrenzter und klar definierter Markt. Wien und der Speckgürtel um Wien. Dort gibt es jedenfalls einen Markt, der wächst. Der Markt ist stark und deswegen wachsen auch wir stark." Auch die U1-Verlängerung nach Oberlaa, die Station befindet sich direkt vor der Therme, erhöhte den Besucherzustrom erheblich und veränderte außerdem das Anreiseverhalten der Gäste. Kamen früher rund 75 Prozent mit dem Auto, so sind es nun maximal 42 Prozent.

Auch an der Weiterentwicklung der Therme wird stetig gearbeitet. Details dazu wollte Friedl noch nicht verraten: "Es ist zu früh, um darüber zu sprechen." Bis Ende des Jahres werde es "eine Botschaft" geben, fügte er kryptisch hinzu: "Ob es dann der große Zubau wird, kann ich gar nicht sagen. Dass muss vielleicht auch nicht sein, aber es kann sein." Was aber fix ist:" Wir als Therme Wien werden in unserer Kernkompetenz bleiben: Das ist Ruhe und Erholung und wir sind ein gesundheitstouristischer Anbieter."

Mutige Rauchverbote

Und fix ist auch, dass sich Friedl früher oder später mit dem Rauchverbot auseinandersetzen muss."Das ist das nächste Thema, das kommt. Da bin ich 100-prozentig sicher." In der Therme selbst ist das Rauchen bereits verboten. Es gibt im Gastronomiebereich ein Raucherareal. Im Außenbereich sei das Rauchen hingegen "nicht explizit verboten": "Dort das Rauchen zu verbieten ist schon sehr, sehr mutig. Das würde ich jetzt nicht wollen. Aber zonieren ist auch nicht die Lösung." Und er fügte auch hinzu: "Aber dass sich ein Nichtraucher von einem Raucher auf der Liege gestört fühlt, weil er 'umiblast', verstehe ich auch."

Die Therme Wien befindet sich in Favoriten und gehört fünf Gesellschaftern: der Wien Holding (rund 35 Prozent), die VAMED KMB Krankenhausmanagement und Betriebsführung (rund 20 Prozent), der Vienna Insurance Group - Wiener Städtische Versicherung AG (rund 15 Prozent), der Unicredit Bank Austria AG (rund 15 Prozent) und der Erste Group Bank AG (rund 15 Prozent).

Wohlfühl-Beschränkungen

Konkrete Bilanzzahlen werden aus Gründen der Firmenpolitik nicht veröffentlicht. Die Therme Wien erstreckt sich auf eine Gesamtfläche von 75.000 Quadratmeter, bietet ca. 4.000 Quadratmeter Wasserfläche, rund 3.000 Quadratmeter Saunaareal und einen rund 6.000 Quadratmeter großen Gesundheitsbereich. Die Maximalkapazität (so viele Garderobenkästchen gibt es) beträgt 3.000 Personen. Für Friedl liegt die "kritische Masse" bei 2.300 Personen. "Mehr lassen wir nicht hinein." Sonst sei der Wohlfühlfaktor der Gäste zu sehr beeinträchtigt. Betreiber der Therme ist die VAMED.

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