26.09.2019

Thomas Cook: Hotels bangen um Wintergäste

30 Prozent der rund 1.500 heimischen Spitzenhotels, vornehmlich aus der 4- und 5-Sterne-Kategorie, haben Verträge mit dem pleitegegangenen Reiseveranstalter Thomas Cook und verbundenen Firmen wie beispielsweise Neckermann. Sie rechnen mit Schäden bis in den sechsstelligen Eurobereich, wie die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) auf Basis einer aktuellen Umfrage am Donnerstag mitteilte.

Bei mehr als drei Viertel dieser 30 Prozent - rund 350 Häusern - ist die Sorge demnach besonders groß. Denn sie haben auch für den kommenden Winter im Vertrieb auf Thomas Cook gesetzt. Der noch einzusetzende Masseverwalter müsse rasch klarstellen, dass die Hoteliers über diese Kontingente frei verfügen können, so die Interessenvertretung.

"Wir müssen verhindern, dass gute Betriebe ins Straucheln kommen, weil ein anderer schlecht gewirtschaftet hat. Es kann nicht sein, dass diese Betten im Winter leerstehen oder die Hotels kein Geld dafür sehen", warnt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer vor weniger Umsatz und damit weniger Mitarbeitern in den Hotels. "Da geht es um viele Arbeitsplätze."

70.000 Euro Schaden pro Hotel und mehr möglich

Laut Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, liegt der Schaden durch dei Thomas-Cook-Pleite pro betroffenem Hotel bei 10.000 bis 70.000 Euro, sagte sie zu "Ö1". Es könnte auch einzelne, weit höhere Summen geben.

Thomas Cook habe stets sechs Wochen zum Begleichen der Rechnungen Zeit gehabt - die Gäste seien abgereist, ihre Rechnungen seien nicht bezahlt. Bisher hätten sich rund 250 Hoteliers an die Wirtschaftskammer gewendet. "Wir sind uns sicher, dass da noch einiges daherkommen wird", sagte Nocker-Schwarzenbacher im Radiobericht. 

Der Thomas-Cook-Kooperationspartner Verkehrsbüro hat mit seiner Tochter Eurotours indes Thomas-Cook-Kontingente storniert und vertreibt diese nun über andere Kunden bzw. in anderen Märkten, hieß es weiters. Dort ist man zuversichtlich, dass die Betten im Winter nicht leerbleiben würden.

(APA/Red)

 

Newsletter bestellen

Mediadaten