15.07.2019

Thomas Cook wird chinesisch

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook soll von dem chinesischen „Club Med“-Eigentümer Fosun vor dem Aus gerettet werden.

Die Fosun Tourism Group aus Hongkong und die Gläubigerbanken wollen 750 Millionen Pfund (835 Mio. Euro) frisches Geld bereitstellen, damit der 178 Jahre alte Traditionskonzern die Wintersaison 2019/20 übersteht, wie Thomas Cook mitteilte. Die Gespräche darüber seien weit fortgeschritten. Fosun ist seit vier Jahren mit 18 Prozent an Thomas Cook beteiligt und damit größter Aktionär. Im Gegenzug soll das Unternehmen drastisch entschuldet werden.

Die übrigen Aktionäre werden weitgehend verdrängt. Fosun ist in Österreich Mehrheitseigentümer der Vorarlberger Strumpfkonzerns Wolford. Die Thomas-Cook-Aktie stürzte an der Londoner Börse um 37 Prozent auf 8,41 Pence ab. Ein Verkauf der Ferienfluggesellschaft Condor, an der die Lufthansa Interesse gezeigt hatte, ist damit zumindest vorerst vom Tisch. Der Verkaufsprozess werde ausgesetzt, teilte Thomas Cook mit.

Wegen der Eintrübung des Touristik-Marktes in Europa hätte der Verkauf des Fluggeschäfts und der Skandinavien-Sparte nicht genug eingebracht, um das Kerngeschäft zu retten. Bis zu einer Entscheidung über die Rekapitalisierung werden die im Februar verkündeten Verkaufspläne für die Airline-Sparte ausgesetzt. Zuvor hatte die AUA-Mutter Lufthansa bereits signalisiert, ihre Übernahmepläne für Condor nicht mehr weiter zu verfolgen.

Branchen News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten