25.03.2020

Tiroler Achenseebahn insolvent

Von der Insolvenz sind 16 Dienstnehmer betroffen. Die Passiva sollen sich auf zumindest 1,48 Mio. Euro belaufen, berichten Creditreform und Kreditschutzverband von 1870 (KSV). Die Grünen fordern inzwischen eine Neuausrichtung des Tiroler Tourismus.

Laut Insolvenzeröffnungsantrag wurden in den letzten Wochen mehrere Varianten eines Sanierungskonzepts gemeinsam mit dem Büro für Verkehrsplanung des Landes Tirol ausgearbeitet. Letztlich habe es vonseiten des Landes Tirol keine finale Zusage für die Umsetzung eines der erstellten Sanierungsmodelle gegeben, teilte der KSV 1870 mit.

Aus der Sicht der Schuldnerin sei eine Schließung des Unternehmens nur dann vermeidbar, wenn von dritter Seite - etwa Eigentümer, Land Tirol oder einem Investor - kurzfristig liquide Mittel beigebracht werden. "Auf Basis der aktuell vorliegenden Information ist die Zukunft der Achenseebahn jedenfalls als unsicher einzustufen", erklärte Klaus Schaller, KSV-Regionalleiter West.

Tiroler Tourimus muss man „neu erfinden“

Wie geht es mit Tirols Tourismus weiter, diese Frage stellen sich die Tiroler Grünen, Koalitionspartner der ÖVP in der Landesregierung. Sie fordern angesichts der Negativschlagzeilen im Zuge der Coronakrise eine Neuausrichtung des Tourismus im Bundesland. Ein "radikaler Neustart in der Tiroler Tourismuspolitik" sei "unumgänglich", erklärte Tourismussprecher Georg Kaltschmid in einer Aussendung am Mittwoch.

Ein "Zukunftsstab Tourismus" müsse Tirol "zügig und entschlossen neu positionieren", verlangte Kaltschmid. "Apres-Ski und massentouristischen Auswüchse werden dermaßen in Verruf sein, dass wir uns gänzlich neu erfinden müssen, um den Tourismus in Tirol als wesentlichen Wirtschaftszweig und Arbeitgeber aufrechtzuerhalten", so der grüne Tourismussprecher.

Niemand könne abstreiten, dass die Corona-Ausbreitung in den Apres-Ski-Bars und Tourismus-Hotspots einen "massiven Imageschaden" für Tirol bedeuten. Die Marke Tirol sei beschädigt, von Touristikern seien Fehler gemacht worden. Kaltschmid sah nunmehr eine Chance, "die jahrelange Blockade von Seilbahnvertretern und Großhoteliers zu überwinden".

(APA/Red)

 

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