02.12.2019

Tirols Touristiker orten positive Tourismusgesinnung

Laut einer Studie des Management Center Innsbruck (MCI) schätzen 98 Prozent der Tiroler Bevölkerung die wirtschaftliche Bedeutung und den Stellenwert des Tourismus in Tirol als hoch ein. Rund 18 Prozent der Tiroler wünschen sich der Studie zufolge aber auch weniger Gäste im Land.

Für die Erhebung des Tourismusbewusstseins und der allgemeinen Einstellung zum Tourismus der Tiroler Bevölkerung wurden 1.500 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die letzte Studie dieser Art habe es im Jahr 1997 gegeben, sagte Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter (ÖVP). "Die Tourismusgesinnung ist gut und sie ist besser als sie oft dargestellt wird. Der Großteil der Bevölkerung fühlt sich durch die Gäste nicht belästigt, aber viele fühlen sich durch den Verkehr in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt", so Platter.

82 Prozent der Tiroler sagen laut der Studie, dass es ohne Tourismus wichtige Einrichtungen und Infrastrukturmaßnahmen nicht geben würde. 67 Prozent sehen den Tourismus als attraktiven Arbeitgeber, allerdings nur 35 Prozent verbinden mit diesem Arbeitgeber ein positives Image. 64 Prozent der Tiroler fühlen sich durch die Urlauber im Alltag nicht gestört, 15 Prozent allerdings schon. In der Wahrnehmung des Tourismus gebe es jedoch Unterschiede zwischen den Gebieten, erläuterte Hubert Siller, Leiter des MCI Tourismus. So hätten Einwohner von tourismusintensiven Regionen insgesamt eine positivere Einstellung, empfänden stärker Vorteile durch den Tourismus und fühlten sich weniger von Touristen gestört, so Siller.

Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung, betonte, dass ihm die Wertschätzung gegenüber dem Tourismus im eigenen Land sehr wichtig sei. Vor allem das Thema Mobilität sei ihm ein großes Anliegen. So sollen Urlauber vermehrt mit der Bahn nach Tirol kommen. "Der Gast braucht in Tirol kein Auto mehr", meinte Phleps.

Der Tiroler Tourismus hat laut Platter in den vergangenen Jahren mit einem Rückgang der Bettenzahl und einer Steigerung der Wertschöpfung bereits den Weg in die richtige Richtung eingeschlagen. Auch der Fachgruppenobmann der Hotellerie in der Wirtschaftskammer Tirol, Mario Gerber, sah mit einer neuen Generation im Tourismus einen Schwung in Richtung Qualität. Am positiven Image des Tourismus als Arbeitgeber muss laut Gerber aber noch gearbeitet werden.

Wunsch nach weniger Gästen mehr als verdoppelt

Während im Jahr 1997 bereits 66 Prozent der Befragten angaben, dass der touristische Verkehr die Lebensqualität beeinträchtigt, waren es nun sogar 73 Prozent. Auch der Wunsch nach weniger Urlaubern ist im Vergleich zu 1997 deutlich gestiegen. Während es 1997 noch sieben Prozent waren, waren es 2019 bereits 18 Prozent.

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