08.04.2020

Tourismus soll ab Mitte Mai langsam hochgefahren werden

Für die Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft sind die Zeiten katastrophal. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sieht in der Coronakrise eine "noch nie da gewesene Ausnahmesituation". Nun ist geplant, die Branche ab Mitte Mai wieder "vorsichtig und schrittweise" hochzufahren.

Damit die Tourismusbranche wieder Fahrt aufnehmen kann, sind jedoch bis Ende April Evaluierungen notwendig. Wann wieder Ausländer kommen werden, ist offen.

Wie das stufenweise Hochfahren der für Österreich so wichtigen Branche konkret ausschauen wird, ist aktuell noch Thema von Gesprächen. "Wir sind dabei, das auszuarbeiten", sagte Köstinger. "Wir beraten gemeinsam mit der Branche immer unter Bedachtnahme von gesundheitlichen Notwendigkeiten", erläuterte sie bei einer Pressekonferenz am Mittwoch das Vorgehen für die nächsten Wochen.

Köstinger betonte, dass sich Österreich, Europa und die Welt auf "massive Einschränkungen der Reisefreiheit einstellen" werden müssen. "Niemand kann sagen, wie sich die Situation in Europa und der Welt weiter entwickeln wird."

Appell für Heimaturlaub

Da noch nicht bekannt ist, wann wieder ausländische Touristen kommen, die bisher für 75 Prozent der Übernachtungen sorgten, sollen sommerurlaubswillige Österreicher wenigstens etwas Abhilfe schaffen. Köstinger appellierte an die Bürger, einen Heimaturlaub anzudenken, sollten sie im Sommer wegfahren wollen.

Für die Urlauber, Restaurant- und Gasthausbesucher sowie Nutzer von Freizeitangeboten wird es bestimmte Verhaltensregeln geben, kündigte Köstinger an. Das sei notwendig, "bis wir einen Impfstoff zur Verfügung haben, mit dem wir das Virus bekämpfen können", so die Ministerin. Die Gesundheit der Menschen gehe bei allen Entscheidungen vor. Dabei geht es etwa um das Einhalten von Sitzabständen, Maskenpflicht auch in Innenräumen oder das zur Verfügung stellen von Desinfektionsmitteln an Ein- und Ausgängen - eben eine konsequente Einhaltung bereits bekannter Regeln auch in der Freizeitbranche, erläuterte ein Sprecher von Köstinger auf APA-Nachfrage.

Keine neuen Hilfsmaßnahmen geplant

Die Tourismusministerin räumte ein, dass es zum Teil "große Verzweiflung" unter den Unternehmern gebe. Neue Hilfsmaßnahmen für die Branche kündigte sie aber nicht an. Köstinger verwies auf die viele Milliarden schweren Hilfsfonds, deren verschiedene Phasen, staatliche Haftungen und Garantien, Steuerstundungen, Kreditmoratorien und das eigens auch auf den Tourismus zugeschnittene Kurzarbeitsmodell. "Wir haben schnell reagiert, wenn es darum ging, die Betriebe rasch zu unterstützen. Die Unternehmen sollen weiter liquid bleiben und die Arbeitnehmer in der Beschäftigung gehalten werden." Alles weitere werde jetzt erarbeitet.

(APA / Red)

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