28.01.2020

Tourismusbilanz Stadt Salzburg: "Ein erfreuliches Jahr"

Der Höhenflug des Tourismus in der Stadt Salzburg geht ungebremst weiter: Mit 3,309 Millionen Übernachtungen im Jahr 2019 betrug das Plus dieses Mal 5,3 Prozent.

"Es war wie immer ein sehr erfreuliches Jahr", sagte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz. Dass die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen droht, ist ihm aber sehr wohl bewusst.

Etwas geringer gestiegen ist die Zahl der Ankünfte, und zwar um 4,9 Prozent auf 1,910 Millionen Gäste, woraus sich ergibt, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um eine Nuance gestiegen ist. Die Zimmerauslastung lag - über das komplette Jahr 2019 - bei 80 Prozent. "Das heißt, man muss Glück haben, in Salzburg ein Zimmer zu bekommen", so Preuner. Mit Innsbruck, das die gleiche Quote aufweist, liegt Salzburg damit österreichweit an der Spitze. Wichtigstes Herkunftsland bleibt Österreich mit 22,5 Prozent (plus 2,4 Prozent) aller Gäste, gefolgt von Deutschland (19,4 Prozent) und den USA. China hat Großbritannien auf Platz vier abgelöst.

Mit Technik gegen Unbalanced Tourism

Gezählte dreimal wies das Stadtoberhaupt heute darauf hin: "Wichtig ist, dass die Akzeptanz der Einheimischen für den Tourismus gegeben bleibt. Wenn das kippt, dann bekommen wir wirklich ein Problem." Die Tourismus Salzburg GmbH (TSG) hat deshalb ein auf drei Jahre anberaumtes Projekt zur Lenkung der Besucherströme gestartet. "Wir wollen versuchen, die Trampelpfade zu entzerren", sagte TSG-Geschäftsführer Bert Brugger. Als Partner hat man sich das Austrian Institute of Technology (AIT) ins Boot geholt.

Erster Schritt wird laut Brugger eine Analyse der Daten sein. So wurden etwa vom Mobilfunkbetreiber A1 Handydaten zur Verfügung gestellt, anhand derer die Wege nachverfolgt werden können. Es wird auch Zählungen der Touristenmassen an bestimmten Stellen geben. Dazu kommen Verkehrsdaten und eine Auswertung der "Salzburg Card". "Man sieht etwa, in welcher Reihenfolge die Sehenswürdigkeiten besucht werden", so Brugger. Der Touristiker glaubt aber, dass schon mit einer Verkleinerung der Gruppen vieles erreicht werden kann. Zurzeit bestünden diese - entsprechend der Busgrößen - teils aus 40 bis 50 Menschen, "unser Ziel wäre maximal 25. Und eine ganz wesentliche Rolle spielen die Reiseführer, wir haben sie einbezogen, weil sie ein wichtiger Teil der Lösung sind."

Nur mehr wenige neue Betten

Mit der Einführung des Bus-Reservierungs-Systems ist die Zahl der Reisebusse von 50.000 auf 38.000 im Jahr zurückgegangen. Die Obergrenze bald erreicht sieht der Bürgermeister aber auch bei der Bettenzahl. Zurzeit zählt man in der Mozartstadt rund 14.100 Gästebetten, mehr als 15.000 wünscht Preuner nicht. Er will deshalb an das Land herantreten, die gesetzlichen Bestimmungen zu ändern. Derzeit ist ein politischer Beschluss erst für Projekte mit mindestens 120 Zimmern nötig. "Wir wollen, dass wir von Zimmer- zu Bettenzahlen kommen, und vielleicht auch die geografische Lage als Faktor", sagte der Stadtchef.

Neues Tourismusleitbild kommt

Im Zieleinlauf befindet sich bereits ein neues Tourismusleitbild für die Stadt Salzburg. Unter Einbindung aller Beteiligten wurde seit dem Vorjahr daran gearbeitet, Preuner möchte den Vorschlag im Februar oder März dem Gemeinderat vorlegen. Eine zentrale Aussage ist der heutigen Pressunterlage zu entnehmen: "Bislang war der Kernauftrag der TSG, die Stadt international zu vermarkten... In Zukunft wird die ... Betreuung und Lenkung von Gästen vor Ort einen Schwerpunkt darstellen."

Eingebunden in den Prozess war auch die Bevölkerung in Form des Ideenwettbewerbes "(er)lebenswertes Salzburg", für den es rund 150 Einreichungen gab. Einige Anregungen werden laut Brugger wohl auch aufgenommen: "Das eine oder andere werden wir uns sicher anschauen." So regte etwa ein Teilnehmer einen Fahrradverleih (z.B. mit eingebautem Guide im Radhelm) beim Park-and-Ride-Platz Messe an, damit Besucher die Stadt auch mit dem Rad erkunden können. Die Sieger des Wettbewerbs schlugen die Ausstellung von Kunstobjekten an bestimmten Plätzen der Altstadt vor, um die Wege der Touristen zu entzerren.

 

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