08.01.2020

Tourismusgesinnung weithin positiv

Besonders im Mehrjahresvergleich bewerten die Österreicher und die heimischen Tourismusbetriebe die Zukunft sehr optimistisch, Aufholbedarf ist in Gebieten wie öffentliche Anreise oder kostengünstigeren, modernen Unterkünften sichtbar.

Beim Jahresauftakt der Wirtschaftskammersparte Tourismus stehen die Zahlen der jährlichen Market-Studie im Mittelpunkt, die Geschäftsführer David Pfarrhofer wie gewohnt präsentierte. Zusammengefasst ist die Stimmung durchwegs positiv, die typischen Herausforderungen wie Arbeitskräfte oder Digitalisierung werden jedoch auch hier spürbar. Gerade innerhalb von Betrieben, die mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen, ist jeder vierte noch vor Weihnachten auf der Suche nach Mitarbeitern gewesen. „Der Wachstum in den Nächtigungen bringt auch eine gesteigerte Nachfrage nach Fachkräften mit sich“, betont Spartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher abermals. 

Ministerin als Überraschungsgast

Mit einem Überraschungsbesuch der neuen, aber schon bewährten, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger wurde der Vertreterin der Politik Rosen gestreut, die Zusammenarbeit habe bisher sehr gut und professionell, sowie wertschätzend statt gefunden, wie Nocker-Schwarzenbacher betont. Dass Themen wie die Abscheibedauer oder auch die Entlastung der Betriebe im steuerlichen Bereich Teil des Regierungsprogramms sind, sei teilweise auf die gewissenhafte Vorarbeit im Masterplan T für Tourismus zurückzuführen. 

Schöne Natur, tolle Kulinarik

Details aus der Studie, der eine Befragung von rund 1250 Menschen im Dezember 2019 zugrunde liegt, legen nahe, dass die unbestrittenen Stärken des Tourismus in Österreich die Landschaft, die Natur, die Skigebiete aber auch die Qualität von Speisen und Getränken sind. Allein das Angebot an preisgünstigeren Hotels sehen 44 Prozent der befragten Bevölkerung (exkl. der ausgewiesenen Tourismusbetriebe selbst) als Schwäche. Hier wendet Nocker-Schwarzenbacher ein, dass damit jedoch nicht ein abgewohntes, veraltetes Hotel gemeint ist, dass zu einem geringeren Preis zu haben ist, sondern junge, hippe und moderne Nächtigungsformate, wie es beispielsweise in Saalbach einige gibt. „Hier geht es um das Weglassen von nicht benötigten Services, kleinere Zimmer zugunsten von Gemeinschaftsräumen und so weiter“; betont sie. 

Buchungslage stimmt optimistisch

Die Einstellung der Tourismusbetriebe in Österreich ist ebenfalls durchwegs positiv, gerade für die eben gestartete Wintersaison zeigten sich die Befragten optimistisch. Ausschlaggebend dafür waren jedoch nicht Stimmungslage oder Einschätzungen sondern „faktenbasierte Gründe“, wie Nocker-Scharzenbacher bemerkt. Denn die aktuelle Buchungslage stiftet Optimismus, 43 Prozent der befragten Betriebe sind mit der Buchungslage (bereits vor Weihnachten) sehr zufrieden, weitere 33 Prozent immerhin zufrieden. Eine Tatsache, die noch dadurch Bedeutung bekommt, dass vor zehn Jahren nur 14 Prozent mit der Buchungslage sehr zufrieden waren. 

Der Appell in Richtung Bundesregierung, die ja mit Elisabeth Köstinger sogar vertreten war, konzentrierte sich auf die Weiterführung der angefangenen Arbeit rund um den Masterplan Tourismus, wie beispielsweise die zeitnahe Umsetzung der Entlastungsmaßnahmen, Registierungspflicht der Sharing Economy, die Anpassung der Rot-Weiss-Rot-Card und die Aufwertung der ÖHT als Finanzierungspartner. 

Lesen Sie mehr zu den Forderungen und Einschätzungen der Spartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher in der kommenden Ausgabe von Hotel & Touristik, die am 7. Februar erscheint. 

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