26.10.2020

Veggie-Burger bleibt, Hafermilch verboten

Das drohende Verbot für den Begriff „Veggie Burger“ konnte abgewendet werden, hingegen gibt es bei Milch-alternativen Bezeichnungen wie Hafermilch oder Tofubutter strikte Verbote.

Der französische Sozialdemokrat Eric Andrieu wollte, dass der Konsument klar zwischen tierischen und pflanzlichen Produkten unterscheiden können. Um den Verbraucher nicht zu verwirren, sollen deshalb nach seiner Meinung Begriffe wie „Wurst, Steak oder Burger“ für pflanzliche Produkte verboten werden. Doch der Vorstoß des französischen Abgeordneten zum Schutz von Fleischbezeichnungen verfehlte im Plenum des Europaparlaments die Mehrheit.

Das steht im Einklang mit der „Farm To Fork“-Strategie der EU, nach der Nachhaltigkeitsziele durch die Reduktion von Tierprodukten erreicht werden sollen. Bei den Milcherzeugnissen sieht es anders aus. Ein weiterer Änderungsantrag für traditionelle Molkereibegriffe bekam im Plenum des Europaparlaments (EP) eine Mehrheit. Danach dürfen „Milch“ oder „Butter“ nicht für pflanzliche Erzeugnisse verwendet werden. Während nach der Abstimmung der „Veggie-Burger“ gerettet ist, wird es für „Mandelmilch“ oder „Tofubutter“ also enger. Künftig darf ein Haferdrink nicht einmal mehr behaupten „wie Milch“ zu schmecken.

Nachdem sich das EP positioniert hat, stehen die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten im Trilog an. Das letzte Wort ist deshalb noch nicht gesprochen.

Vegan-Lobby sieht „Sieg der Vernunft”

„Die Vernunft hat teilweise gesiegt – die Lobbys konnten ein wenig eingebremst werden“, meint Felix Hnat von der Veganen Gesellschaft Österreichdazu. „Es gibt in Österreich keinen einzigen Fall, bei dem irrtümlich ein vegetarisches Produkt gekauft wurde. Dass die EU pflanzlichen hochwertigen Fleischalternativen keine Steine in den Weg legt, ist schön. Leider ist das Hafermilchverbot ein Schlag ins Gesicht von 35 % der Bevölkerung in Österreich, die regelmäßig zu Milchalternativen greifen.“

Hersteller atmen auf

Über die Burger-Entscheidung erleichtert zeigt sich auch Hermann Neuburger. Er tritt seit Jahren unter dem Motto „Zweimal pro Woche ist genug“ für eine Reduzierung des Fleischkonsums ein. Vor vier Jahren hat er deshalb eine vegetarische Alternative auf Pilz-Basis (Kräuterseitlinge) auf den Markt gebracht, mit der er den Menschen den Umstieg von Fleisch erleichtern möchte. Unter dem Namen „Hermann fleischlos“ sind Schnitzel, Faschiertes, Rostbratwürstchen, Käsebratwurst und Bratstreifen erhältlich. „Bezeichnungen wie Würstel oder Schnitzel stehen ja nicht für den Inhalt des Produkts, sondern für dessen Form bzw. Zubereitungsart. Sie geben den Konsumenten eine Unterstützung, wie sie das Produkt zubereiten können. Dank der Entscheidung ist das auch in Zukunft weiterhin möglich“, zeigt sich Neuburger im HGV PRAXIS-Gespräch zufrieden.

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