31.12.2020

VKÖ-Altpräsident Karl Ruppert verstorben

Der gebürtige Wiener, gelernte und vielfach ausgezeichnete Koch, der von 1992 bis 1998 Präsident des Kochverbandes war, ist zu Weihnachten gestorben.

Mit dem Tode Karl Rupperts verliert die österreichische Köchegilde einen Grandseigneur der alten Schule. Sein Karriereverlauf spiegelt die goldenen Jahre des heimischen Tourismus lupenrein wider. Der Wiener begann seine Kochlehre im Restaurant Westbahnhof zu Zeiten, als die Bahnhofsgastronomie landauf landab zu den begehrtesten Arbeitgebern in der heimischen Gastronomie zählte. Ob Innsbruck, Salzburg, Linz oder Wien, die Bahnhofrestaurationen waren zu dieser Zeit die Kaderschmiede der heimischen Top-Köche. So bewies auch Ruppert viel Sinn und Gespür für die hochstehende Kulinarik und machte sich nach seinem Lehrabschluss auf, die große Gastrowelt zu erobern.

Es folgten Stationen auf der Franz-Josefs-Höhe am Großglockner, in der „Post“ sowie im „Excelsior“ in Zell am See, danach das Hotel Sonne in Hochsölden sowie das Parkhotel in Dornbirn. Nach seiner Rückkehr nach Wien heuerte Ruppert in der Betriebskantine der Shell Austria an und 1964 wurde er Küchenleiter der Betriebsverpflegung bei Schrack.

Sein ganzes (arbeitsfreies) Leben nutzte der Koch mit Leidenschaft einmal dazu sich weiterzubilden bzw. sein Können in den Dienst der Berufsvertretung zu stellen. 1977 absolvierte Ruppert die Küchenmeisterprüfung, im gleichen Jahr brachte er als Mannschaftsführer der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Basel eine Goldmedaille nach Hause. Zwischen 1962 und 1984 erkochte der Meister nicht weniger als zwölf Goldmedaillen. Kein Wunder, dass dieses enorme Wissen nicht ungenutzt blieb. Der Wiener wurde als Juror in unzählige Kommissionen berufen und war gleichzeitig Ehrenmitglied zahlreicher Kochverbände vom Weltbund der Köche (WACS) abwärts. Zusätzlich war er auch Prüfer für den Küchenmeister. Sein Steckenpferd war dabei die kalte Küche.

Dass er nicht nur ein grandioser Koch war, bewies Ruppert 1980 als der Weltbund der Köche in Wien seine Jahrestagung abhielt und der vorbildliche Ablauf der Veranstaltung nicht zuletzt auf das professionelle Organisationstalent Rupperts zurückzuführen war. Mit dieser Leistung empfahl er sich für höhere Weihen und wurde schließlich 1992 zum VKÖ-Präsidenten gewählt. Im gleichen Jahr verantwortete er auch eine sehr erfolgreiche Kochkunstausstellung in Wien.

Einen seiner letzten offiziellen Auftritte absolvierte Karl Ruppert im Jänner dieses Jahres beim Neujahrsempfang der AGÖ in Wien. Karl Ruppert ist am 24. Dezember im Alter von 83 Jahren verstorben. Die Beerdigung findet am 18. Jänner um 12.00 Uhr auf dem Ottakringer Friedhof statt.

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