13.01.2021

Volle Härte gegen Regelbrecher

In Tirol dürften einige Hotels für Urlauber ihre Pforten öffnen, wie ein Test des ORF Tirol ergab. Branchenvertreter fordern klare Konsequenzen für jene, die sich "unkollegial" verhalten.

Laut ORF Tirol war bei sieben von acht angefragten Unterkünften eine Buchung möglich, vier erkundigten sich, ob die Reise dienstlich sei. Lediglich ein Hotel verneinte die Anfrage und verwies auf den geltenden Lockdown. Wie das Land mitteilte, gab es aber bis dato nur vereinzelte Verstöße. Es werde "allen voran konkreten Hinweisen - beispielsweise Privatanzeigen oder Auffälligkeiten hinsichtlich vieler Fahrzeuge vor dem Betrieb - nachgegangen" und Kontrollen vermehrt durchgeführt werden. Sollte eine Übernachtung in einem Betrieb nicht beruflich bedingt oder aufgrund eines dringenden Wohnbedarfs erfolgen, drohen Strafen bis zu 30.000 Euro. Auch der Mieter muss mit einer Strafe von bis zu 1.450 Euro rechnen.

Die Bundesregierung will das Beherbergungsverbot im Corona-Lockdown nun schärfer kontrollieren. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, Innenminister Karl Nehammer und Tirols Landeshauptmann Günther Platter (alle ÖVP) kündigten "verstärkte Kontrollen in Hotels und Beherbergungsbetrieben - gemeinsam und in Absprache mit den Gesundheitsbehörden“ an. Der Tiroler Landeshauptmann : "Es kann nicht sein, dass tausende Betriebe, die alle Regeln befolgen unter einer Handvoll Hotels leiden, die das nicht tun. Das Land Tirol wird keine Verstöße tolerieren."

„Unfair und unkollegial“

Der Tiroler Hotelier und stv. Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer, Mario Gerber, nannte das Verhalten der betroffenen Tourismusbetriebe "unfair" und "unkollegial". Das Ausmaß schockiere ihn, meinte er. Es dürfe der Branche, die aktuell stark im Fokus stehe, nicht passieren, "mit solchen negativen Meldungen aufzuschlagen". Auch Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), lehnte ein solches Verhalten ab: "So sollte das natürlich nicht sein, das ist uns allen klar". Es gäbe aber auch Versuche von Touristen, sich mittels Ausreden in einem Hotel einzuquartieren.

Wirtschaftsbund fordert scharfe Sanktionen

Kein Verständnis für das Verhalten mancher Unternehmer zeigt der Tiroler Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl. „Wir befinden uns alle in einem Lockdown und leiden unter den damit verbundenen Einschnitten. Wenn manche diese Situation nun dazu nützen, um entgegen der Regeln zu handeln, dann schadet das doppelt: der Gesundheit aller und der Tourismusbranche insbesondere“, so Hörl.

Bei Verstößen gegen das Beherbergungsverbot brauche es ein kräftiges Signal und volle Härte bei den entsprechenden Strafen. „Jedes einzelne schwarze Schaf ist zu jeder Zeit, aber besonders in dieser wirtschaftlich sensiblen Situation, eines zu viel“, so Hörl.

Auch betreffend der Verdachtsfälle auf die britische Virus-Mutation in Jochberg fordert er als Fachverbandsobmann der Seilbahnen rasche Aufklärung. „Der Tiroler Skilehrerverband hat in dieser Zeit in Jochberg weder eine Skilehrerfortbildung noch eine Skilehrerausbildung durchgeführt. Wenn die Personen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in Tirol waren, dann braucht es hier unmissverständliche Konsequenzen. Ich werde es als Branchenvertreter sicher nicht zulassen, dass ein gesamter – zudem volkswirtschaftlich essentieller – Wirtschaftszweig in Tirol wegen einiger weniger in Verruf gerät.“

(APA/Red)

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