12.12.2021

Vorarlberg: Herantasten an den Vollbetrieb

Rund zehn Prozent der Hotels und Beherbergungsbetriebe Vorarlbergs hatten am Sonntag geöffnet, am kommenden Wochenende werden es aber bereits etwa 80 Prozent sein. Wie in der Hotellerie war auch in der Gastronomie die Erleichterung groß.

Von Gäste-Autokolonnen und ähnlichem war am Sonntag in Vorarlberg - wie auch in Tirol - logischerweise keine Spur. Die Betriebe hätten den Sonntag vor allem zum "Einarbeiten" und vorbereiten auf die nun endlich startende Wintersaison genutzt, so Vorarlbergs Tourismusdirektor Christian Schützinger im APA-Gespräch. "Die Erleichterung ist groß. Es herrscht durchaus eine gelöste Stimmung, wenn auch viel Respekt", beschrieb Vorarlbergs oberster Touristiker die Stimmung. 

Man taste sich nun langsam an den Vollbetrieb heran. Diesbezüglich sei die Lage eine andere als in Tirol, wo der Gästezustrom wegen der dortigen Gletscherskigebiete schneller vonstatten gehe. Das sei aber auch normal, schließlich befinde man sich noch in der Vorsaison. Auffällig und positiv sei am Sonntag in den Skigebieten etwa gewesen, dass durchaus verstärkt Tagesausflügler aus Bayern oder Baden-Württemberg die Vorarlberger Skipisten bevölkerten.

Unterdessen berichtete der ORF Vorarlberg, dass sich Sonntagfrüh an so manchem Skikarten-Schalter im Bregenzerwald lange Schlangen bildeten. Der Grund: Auch Saisonkarten-Besitzer mussten sich - zum Teil erneut - für das Skigebiet mit dem Impfzertifikat registrieren lassen. Verschärft hat sich die Situation auch dadurch, dass nicht nur Tageskartenkäufer ihr Impfzertifikat zeigen mussten, sondern auch "3-Täler-Pass"-Besitzer, die sich bereits in einem anderen "3-Täler-Pass"-Skigebiet registriert haben. Der Grund seien unterschiedliche Karten-Systemanbieter. Schützinger zeigte sich aber optimistisch, dass sich alles bald einspielen werde und lange Warteschlangen vor den Skikassen bald der Vergangenheit angehören.

Die Buchungslage ist gut

Mittel- und langfristig versprühte der Touristiker jedenfalls Optimismus für die Wintersaison im "Ländle". Vorarlberg weise wie das Nachbarbundesland Tirol bereits eine gute Buchungslage für Silvester auf, Weihnachten sei klarerweise schwieriger, weil es sich dabei vor allem um Familienurlaube handle - und hier die Frage der deutschen Einreiseverordnung bzw. der Quarantäneregelung für Kinder unter zwölf Jahren noch ein Hemmnis sei, wies Schützinger hin.

Erleichterung war am Sonntag unterdessen auch unter den Vorarlbergern Wirten und Restaurantbetreibern zu spüren. "Es ist gut gelaufen", sagte Mike Pansi, Sprecher der Fachgruppe Gastronomie in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, im APA-Gespräch und fügte hinzu: "Wir hoffen, dass wir den kurzen Advent mitnehmen können und dann ein gutes Weihnachtsgeschäft machen". Die Vorarlberger seien am Sonntag durchaus eifrig eingekehrt, wenngleich es sich um eine "normale Frequenz" gehandelt habe.

Bei allem Optimismus gibt es aber auch Sorgen: Einige hätten unter anderem nicht geöffnet, weil der Ausschank von Alkohol auf den Christkindlmärkten verboten worden sei und es sich deshalb nicht gerechnet hätte. Auch die Weihnachtsfeiern sorgen für Sorgenfalten bei den Betrieben. Viele Firmen würden diese heuer nicht durchführen, so Pansi: "Das wirds nicht mehr geben. Das ist heuer zu spät". Alles andere als erfreulich vor allem deshalb, weil das Weihnachtsgeschäft rund ein Drittel des Jahresgeschäftes ausmache. Immens wichtig seien jedenfalls die Mitarbeiter. Die Betriebe seien trotz Lockdowns in Vorleistung gegangen, um Mitarbeiter zu halten und nicht zu verlieren, wie es während der Pandemie schon passiert sei.

Noch ein Lockdown: unvorstellbar

Ein möglicher weiterer Lockdown ist für den Gastronomie-Sprecher jedenfalls unvorstellbar: "Um es ganz klar zu sagen: 'Das schaffen wir nicht mehr'. Schon gar nicht in einem Tourismusland". Man müsse doch einmal einsehen, dass gerade in der Gastronomie die Sicherheitskonzepte sehr effizient seien und nur eine ganz geringe Zahl an Ansteckungen passierten. Diese würden vor allem im privaten Bereich stattfinden, untermauerte Pansi bereits oft vorgebrachte Argumente.

Neben den bundesweiten Mindeststandards gelten in Vorarlberg einige Landes-Verschärfungen. Diese betreffen etwa Veranstaltungen, die Gastronomie und Krankenhäuser.

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