22.02.2021

Vorarlberger hoffen auf Nachholeffekt in Sommersaison

Der Winter ist für die Vorarlberger Touristiker eine Saison zum Vergessen, die Hoffnungen konzentrieren sich nun auf den Sommer. Das übliche Denken in Winter und Sommer, Haupt- und Nebensaison sei pandemiebedingt überholt, ist man aber überzeugt.

Vorarlbergs Touristiker haben die Weichen für die unmittelbare Tourismus-Zukunft gestellt. „Wir rechnen mit einem Nachholbedarf bei unseren Gästen. Je stärker Corona in den Hintergrund tritt, desto intensiver wird die Nachfrage einsetzen“, ist Markus Kegele, Spartenobmann der Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer, überzeugt. 

Die Betriebe werden mit unkonventionellen Öffnungszeiten reagieren. „Wenn es die Regeln zulassen rechnen wir damit, dass viele zu Ostern aufsperren und es zu einem gleitenden Übergang zur Sommersaison geht, die vielleicht bis in den Herbst andauert“, so Tourismusdirektor Christian Schützinger. Das erfordere das Zusammenspiel aller Akteure: Gastronomie, Hotellerie, Seilbahnen und Dienstleister. 

Attraktive Angebote ins Schaufenster

Gelingen soll das durch die Entwicklung von attraktiven Angeboten, die alle Qualitäten des Urlaubslandes Vorarlberg widerspiegeln und so potenzielle Gäste ansprechen. Nicht mit klassischen Werbekampagnen, sondern mit den bewährten Stärken der Tourismusmanufaktur will die Tourismusbranche Gäste nach Vorarlberg bringen. Die Konzentration auf bestehende und neue Angebote soll in unsicheren Zeiten den Markenkern festigen und eine Preisschlacht vermeiden. Auf die jeweilige Pandemielage will man mit unterschiedlichen Kommunikationsinhalten flexibel reagieren.

„Diese neuen und bereits bewährte Angebote stellen wir ins Schaufenster und wir sind sicher, dass sie gefunden werden und entsprechende Nachfrage generieren“, sagt Schützinger. Ein Beispiel für solche Angebote sind die Corona-tauglichen Vorarlberger Kultur- und Naturpicknicks. Trotz Pandemie bieten sie Gästen einzigartige Erlebnisse und unterstützen die Strahlkraft der touristischen Highlights, von den Bregenzer Festspielen bis zum Lünersee.

Auf der anderen Seite muss die Nachfrage auch gut dosiert sein, weil die Pandemie bei den touristischen Hotspots eine Besucherlenkung erforderlich macht – ähnlich wie das in den Skigebieten jetzt schon praktiziert wird. „Darüber hinaus ist die Vielfalt des Landes für eine gute Verteilung der Gäste prädestiniert. Dezentrale Angebote werden diesen Effekt noch unterstützen“, zeigt sich Seilbahn-Obmann Andreas Gapp optimistisch.

Impulse für Betriebe: digital und analog

Solange noch Reisebeschränkungen, FFP2-Masken und Abstandsregeln das Geschehen dominieren, sollen Reisewillige digital bei der Stange gehalten werden: „Wir wollen nicht zuletzt online präsent sein und unseren Gästen zeigen, worauf sie sich freuen können“, sagt Gerald März, Marketingverantwortlicher von Vorarlberg Tourismus. Das können etwa Erlebnisberichte mit einheimischen Gästen oder „Werkstattberichte“ von der Entwicklung neuer Angebote sein. 

Dafür stellt Vorarlberg Tourismus den Social Guide zur Verfügung. „Wir suchen uns mit den Angeboten gezielt Quellmärkte, in denen wir uns hohen Zuspruch dafür erwarten dürfen“, ergänzt Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Destination Alpenregion Bludenz und Sprecherin der Vorarlberger Tourismusdestinationen.

Die Aufgaben und Kommunikation von Vorarlberg Tourismus und den sechs Destinationen wird sich auch stark nach innen richten: „Wir wollen den Betrieben Impulse für die Angebotsentwicklung liefern und ihre Vernetzung fördern“, erläutert Schützinger den strategischen Ansatz. Zur wechselseitigen Inspiration der Gastgeber und zur Vernetzung hin zu Kultur und Landwirtschaft gibt es bewährte Initiativen, etwa Gastgeben auf Vorarlberger Art oder die „tourismus-innovationen“. So sollen der Markenkern gestärkt und die Preise auf angemessener Höhe gehalten werden. Nach einem prekären Jahr will man so dem heimischen Tourismus nachhaltig Schubkraft für künftige Saisonen geben.

Informationen rund um das Thema Sicherheit findet man unter: 
www.vorarlberg.travel/sicher-zu-gast

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