22.03.2021

Vorarlberger Wirte über Gastro-Öffnung erfreut

Die vor einer Woche erfolgten Öffnungsschritte in der Vorarlberger Gastronomie kommen gut an - sowohl in den Betrieben als auch bei den Gästen.

"Es ist ein Stück Normalität eingekehrt", heißt es von Vorarlberger Wirten, obwohl das Aufsperren nicht für jeden wirtschaftlich Sinn macht. Volle Lokale - unter Einhaltung der Bestimmungen - verdeutlichen die anscheinend große Sehnsucht nach einem Wirtshausbesuch. 

Nachdem am 15. März - dem ersten Tag der Wiedereröffnung - nur etwa 30 Prozent der Gastronomiebetriebe aufgesperrt hatten, sind es aktuell deutlich mehr. Einem Hintergrund-Gespräch mit Branchenkennern zufolge dürften in den Ballungsräumen mittlerweile drei Viertel der Wirtshäuser offen haben, in den Talschaften hingegen sind es mitunter deutlich weniger. War bisher aufgrund des nasskalten Wetters lediglich Indoor-Betrieb möglich, könnte ab Mitte der Woche mit Einkehr frühlingshafter Temperaturen auch der Gastgartenbesuch ein Thema werden und damit für die Gastronomen eine weitere Chance greifbar.

Wo der Umsatz passt

Klar ist: Wo die Frequenz stimmt, stimmt meist auch der Umsatz. Am Wochenende waren zahlreiche Gastronomiebetriebe ausgebucht. Manche Gäste ließen es sich nicht nehmen, sich für den ersten Gasthausbesuch nach Monaten extra schick zu machen und das Erlebnis bewusst zu feiern. "Ich werde heute etwas ganz Teures essen, weil ich froh bin, wieder hier sein zu dürfen", sagte etwa ein Gast bei einem Lokalaugenschein der APA in einem Bregenzer Lokal. Dass es sich viele Vorarlberger nicht nehmen ließen, der Gastronomie einen Besuch abzustatten, verdeutlichen eindrücklich die Test-Zahlen des Landes: Innerhalb einer Woche - seit der Öffnung der Gastronomie - wurden in Vorarlberg mit seinen 400.000 Einwohnern 105.214 Coronatests registriert. Das entsprach gegenüber der Vorwoche einer Steigerung um 67 Prozent.

Besonders schwer tun sich kleinere Betriebe, wenn es um die Einhaltung des geforderten Zwei-Meter-Abstands zwischen den Tischen geht. Auch in größeren Wirtshäusern fällt deshalb einiges an Kapazität weg. Andere Stolpersteine bilden die Ausgangsbeschränkung, die einen Abendbetrieb unmöglich macht, und eben die Notwendigkeit eines unter Aufsicht absolvierten Corona-Tests als Zutrittserlaubnis. Mike Pansi, Fachgruppen-Obmann der Vorarlberger Gastronomie, wird nicht müde, ein Ende der Ausgangsbeschränkung zu fordern. "Unser Ziel ist es, rund um Ostern einen nächsten Schritt setzen zu können", betonte er mehrmals. Aufrecht bleibt auch die Forderung, dass ein negativer Wohnzimmertest als Erlaubnis für einen Wirtshausbesuch gelten soll.

Schwarze Schafe

Nicht verschwiegen wird von der Branche, dass sich nicht alle an die Corona-Regeln halten. Die Wirtschaftskammer hat deshalb am Montag noch einmal ein Schreiben an alle Gastronomen gerichtet und dringend um die Einhaltung der verordneten Beschränkungen gebeten. Die Branche wolle nicht wegen einiger schwarzer Schafe in Verruf geraten, hieß es. Außerdem will man keinesfalls die Öffnung gefährden.

Die Vorarlberger Polizei hat unterdessen noch keine Kontrolloffensive gestartet. Am Tag der Wiedereröffnung hatte es gegenüber der APA geheißen, man werde "mit Augenmaß und Hausverstand" vorgehen. In Bezug auf die Infektionszahlen ist es für eine Bilanz nach erst einer Woche noch zu früh. Erst in den nächsten Tagen wird erkennbar sein, ob die Öffnung die Inzidenz stark in die Höhe treibt.

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