08.07.2019

Vorhänge zu in Amsterdams Rotlichtviertel

Die Bürgermeisterin Amsterdams will im berühmten Rotlichtviertel in der Altstadt künftig verhindern, dass Touristengruppen die Prostituierten durch das Fenster beobachten.

Der Rotlichtbezirk De Wallen liegt in einem der ältesten Viertel im Zentrum Amsterdams und gilt als eine der wichtigsten Touristenattraktionen. Bordelle, Museen und Sex-Shops säumen die Straßen entlang der Grachten. Besonders in den Abendstunden, wenn die bunten Neonlichter das Viertel in Szene setzen, stehen viele Prostituierte in den insgesamt 330 Schaufenstern und wollen so die Freier in ihre Räumlichkeiten locken.

Damit soll künftig Schluss sein, wenn es nach Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema geht. Sie möchte die Frauen nun vor den gaffenden Gruppen schützen: „Für viele Besucher sind die Sexarbeiterinnern nicht mehr als eine Attraktion, die sie sich anschauen. In manchen Fällen verhalten sich die Touristen auch respektlos.“

Dass die niederländische Metropole arg unter dem Touristenansturme leidet, ist keine Neuigkeit. Nun sieht die Bürgermeisterin auch „die traditionelle Sexarbeit mit Lizenz durch die wachsenden Touristenzahlen unter Druck geraten“. Sie schlägt daher vier mögliche Maßnahmen vor, um das Rotlichtviertel zu verändern.

  • Eine Maßnahme könnte es demnach sein, die Vorhänge der Sexarbeiterinnen zuzuziehen, damit sie nicht mehr von der Straße aus sichtbar sind.
  • Als zweite Option schlägt Halsema vor, einen Teil der Bordelle im Stadtzentrum zu schließen und an anderer Stelle wiederzueröffnen.
  • Ihr dritter Vorschlag ist es, sogar alle Fenster des Rotlichtviertels zu schließen und die Arbeitsplätze zu verlegen.
  • Ihr vierter Vorschlag beinhaltet, sogar noch mehr Fensterbordelle zu eröffnen - dabei bleibt unklar, wie das die prekäre Situation der Prostituierten verbessern soll.

Die Diskussion befindet sich erst am Anfang. Man wolle in eine künftige Regelung jedoch mit den Anwohnern, den Prostituierten und den Unternehmen sprechen. Laut einer Umfrage der Lobbying-Gruppe „Red Light United“ sind von 170 befragten Sexarbeiterinnen 90 Prozent gegen eine Absiedelung des Gewerbes und für einen Verbleib in den engen Gassen des Altstadtteils „De Wallen“.

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