11.01.2021

Weiße Pisten, schwarze Schafe

Lange Warteschlangen, nicht ausreichend Abstand: In manchen Skigebieten spielt man mit dem Feuer. Es drohen Sperren.

In der ohnehin schon schwierigen Wintersaison bekleckern sich manche Bergbahnen nicht mit Ruhm. „Der Großteil der Skigebiete und Skilift-Betreiber tut alles, um Sicherheitsmaßnahmen und -konzepte auf Punkt und Beistrich umzusetzen. Wenn es aber immer wieder Bilder von einzelnen Skigebieten gibt, wo Sicherheitskonzepte nicht umgesetzt und Maßnahmen nicht eingehalten werden, dann müssen die Behörden in solchen Fällen hart durchgreifen“, betont Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Sie appelliert dabei an die Wintersportler zur Eigenverantwortung und ebenso an die Betreiber, die dafür sorgen müssen, dass es zu keinen Verstößen kommt. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) will gegen schwarze Schafe unter den Liftbetreibern „rigoros vorgehen“. Auch verstärkte Polizeipräsenz vor Ort ist geplant. Bei weiteren Verstößen drohe sogar die Schließung der Skigebiete.

Erhöhung der Kapazitäten

Der Eindruck von Menschenmassen beim Skifahren sei durch Bilder vom Semmering verzerrt, denn dort seien vor allem Spaziergänger und Rodler unterwegs gewesen, so Mario Girardoni, Geschäftsführer des Skigebiets Stuhleck, im ORF-"Mittagsjournal". Am Stuhleck seien nur 3.000 Karten für Skifahrer vergeben worden, halb so viele wie in der Weihnachtszeit sonst üblich. Auf die Schladminger Planai seien zuletzt sogar um zwei Drittel weniger Skifahrer gekommen als im Vorjahr, sagte Girardoni, der auch Sprecher der steirischen Seilbahnbetreiber ist.

Auch am Kärntner Nassfeld gab es etwa zwei Drittel weniger Gäste als im Vorjahr, so Sprecher Gerald Kroschel zum ORF-"Mittagsjournal" am Wochenende. Nur ein Fünftel der Auslastung des Vorjahres verzeichnete Erich Egger, Geschäftsführer und Vorstand der Schmittenhöhebahn AG. 

Girardoni und Egger wünschen sich trotz der Auslastungsprobleme, dass mehr Gäste auf den Liften und in den Seilbahnen zugelassen werden. Während es in Österreich eine Beschränkung auf 50 Prozent gebe, lasse die Schweiz bei Kabinenbahnen 75 Prozent Besetzung zu, bei Sesselliften gebe es keine Beschränkungen. Dazu solle ein runder Tisch mit dem Gesundheitsministerium einberufen werden, hofft Egger im Hinblick auf ein möglicherweise stärkeres Geschäft im Februar. Denn viele Skigebiete haben bisher kein berauschendes Geschäft gemacht.

(APA/Red)

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