07.01.2021

Wenig Bewegung am heimischen Hotelinvestment-Markt

Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Hotelimmobilienbranche sind groß, dennoch gab es in einem schwachen Jahr 2020 ein versöhnliches Ende, betont man beim Hotelimmobiliendienstleister Christie & Co.

Nach dem Rekordjahr 2019, in dem in Österreich Hotels im Wert von mehr als 1,25 Mrd. Euro verkauft wurden, waren auch die Vorzeichen im ersten Quartal 2020 sehr positiv. Doch dann kam bekanntermaßen alles anders: Nach einem deutlichen Rückgang des Transaktionsvolumens durch Covid-19 im ersten Halbjahr 2020 mit einem Hotelinvestmentvolumen von etwas über 60 Millionen Euro, gab es in der zweiten Jahreshälfte etwas mehr Bewegung. So schloss das Hotelinvestmentjahr mit einem Transaktionsvolumen von etwa 280 Millionen Euro ab, erläutern die Hotelimmobilienexperten bei Christie & Co.

Seit April waren nur noch einzelne Transaktionen zu verzeichnen, wobei speziell Transaktionen in der Stadthotellerie ausgeblieben sind. Erfreulicherweise konnten andererseits vor allem kleinere Städte bzw. Feriendestinationen punkten, die durch die Krise generell weniger betroffen sind. Hier ergibt sich eventuell auch langfristig die Chance, die Lücke zur Stadthotellerie als Investmentprodukt zu schließen. „Außerdem kam das Vertrauen in die Assetklasse im zweiten Halbjahr wieder zurück, weshalb das Endergebnis mit 280 Millionen Euro versöhnlich und nicht das schlechteste ist, seit den Aufzeichnungen von Christie & Co.“, so Simon Kronberger, Director Austria & CEE beim Hotelimmobiliendienstleister.

Kein kompletter Stillstand

Trotz aller Probleme für die Stadthotellerie gab es noch im 1. Quartal 2020 zwei namhafte Transaktionen in den Landeshauptstädten. Im Februar wurde das Pentahotel Vienna mit 117 Zimmern als Teil eines größeren Portfolios veräußert. Käufer war das luxemburgisch-deutsche Unternehmen Aroundtown. Kurz danach wechselte das H+ Hotel am Salzburger Hauptbahnhof im März den Eigentümer. Der Immobilienentwickler Rhomberg Bau verkaufte das Hotel an das Tochterunternehmen der Deka, WestInvest. 

Die Hoteltransaktionen nahmen dann im Sommer wieder Fahrt auf: Als erste große „post-Covid“-Transaktion machte im September der Verkauf des 5-Sterne-Hotels „The Ring“ an die Wiener Immobilien- und Garagendynastie Breiteneder um knapp unter 30 Millionen Euro auf sich aufmerksam. Gegen Jahresende wurde in Eisenstadt eine Mixed-Use-Immobilie, in der auch das Hotel Burgenland untergebracht ist, von der UNIQA an eine Wiener Immobilienfirma veräußert. Kurz vor dem Jahreswechsel konnte Christie & Co zudem das Hotel Schloss Pichlarn nahe Schladming an den österreichischen Hotelier Georg Imlauer verkaufen (Stammgast.Online hat berichtet). 

Chancen für 2021

Simon Kronberger sieht Chancen, die sich heuer bieten werden: „Der Tourismus ist einer der wesentlichen Wirtschaftsmotoren in Österreich und die Reiselust wird mit Abflachen der Pandemiekurve wieder zurückkommen. Durch die Marktbereinigung werden sich Chancen ergeben, neue Nischen zu bedienen bzw. Investments zu tätigen. Zudem ergeben sich einerseits Möglichkeiten für Entwickler, die Hotels umzunutzen, zu renovieren oder zu repositionieren, andererseits können verbleibende Hotels mit einer gefestigten Marktpositionierung in die Zukunft planen. Jedenfalls werden sich zeitnah zahlreiche Transaktionen ergeben, aus denen der Gesamtmarkt profitieren kann.”

Christie & Co vermarktet im Auftrag der Eigentümer aktuell ungefähr 20 Hotels in Österreich und mehr als 300 in ganz Europa. 
 

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