10.11.2020

Weniger Österreicher als sonst planen einen Winterurlaub

Was planen die Österreicher für diesen Winter? Dieser Frage ging das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent in seiner aktuellen Umfrage nach.

Insgesamt ist die Motivation für eine Reise in der heimischen Bevölkerung wenig überraschend eher gedämpft. Am sichersten fühlen sich die Urlaubsfreudigen noch innerhalb der österreichischen Grenzen. Eine fixe Buchung einer Urlaubsdestination galt für die meisten jedoch bisher als zu riskantes Unterfangen und auch die Infektionsgefahr ist omnipräsent.

Zwei Drittel der Österreicher gehen laut Umfrage von Marketagent in diesem Jahr kein Risiko ein: Einen Winterurlaub wird es bei ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben. Gut die Hälfte verspürt nämlich ein ungutes Gefühl und Unsicherheit aufgrund von Corona. 3 von 10 haben zudem grundsätzlich keine Lust oder mögen Winterurlaube schlicht und ergreifend nicht, bei einem Viertel hapert es am Budget und bei jedem Zehnten spielen persönliche Gründe eine Rolle.

Nur jeder Zehnte lässt sich durch nichts von einem Winterurlaub abbringen. Der Geschlechtervergleich zeigt zudem, dass Männer verstärkt zum Urlaub tendieren (36,5% im Gegensatz zu 28,3% der Frauen). Unter jenen, die voraussichtlich auf Urlaub fahren, lautet die Devise: Zuhause ist es doch am schönsten. Sie sind zu 90 Prozent in Österreich anzutreffen, vereinzelt sind Reisen in Österreichs Nachbarstaaten geplant. Fernreisen sind kaum ein Thema.

Geplant heißt noch lange nicht gebucht

Über ihre konkrete Urlaubsplanung haben sich die urlaubsfreudigen Österreicher bereits einige Gedanken gemacht. Hoch im Kurs steht für jeden Zweiten ein klassischer Wintersport-Urlaub mit allem, was das Sportlerherz begehrt, sei es Schifahren, Snowboarden oder Langlauf. 4 von 10 wollen bei einem Thermenurlaub oder einer Wellnessreise so richtig abschalten. Rund jeder Fünfte plant einen Verwandtenbesuch und weitere 14,8 Prozent eine Städtereise. 

Trotz ausgereifter Urlaubspläne hat der Großteil den Schritt, tatsächlich eine Buchung vorzunehmen, bisher nicht gewagt. Auf Basis der Gesamtbevölkerung haben bislang lediglich 8,4% fix gebucht, unter jenen, die tatsächlich einen Winterurlaub planen, ist es rund ein Viertel. Wer bucht, macht das durchschnittlich erst zwei Wochen vor der geplanten Abreise.

Winterurlaub als riskantes Unterfangen

Mehr als 8 von 10 der Urlaubsfreudigen befürchten einen negativen Einfluss der Corona-Situation auf ihren Winterurlaub, beispielsweise durch strenge Corona-Maßnahmen oder Einschränkungen. Gut drei Viertel haben Bedenken, dass die geplante Reise aufgrund der Pandemie gar nicht erst stattfinden kann. Zudem gilt eine Corona-Infektion im Urlaub durchaus als realistische Gefahr: Jeder Fünfte schätzt diese als hoch ein, 35,2% schließen die Möglichkeit, sich zu infizieren, zumindest nicht ganz aus. Zum Vergleich: Das Risiko einer körperlichen Verletzung bei der Ausübung einer Wintersportart halten nur 14,6 Prozent für hoch.

Das größte Infektionsrisiko befürchten die Befragten beim Après Ski (65,6%), beim Anstellen vor dem Lift/der Gondel  (31,0%) und in der Gondel selbst (30,0%). Geringer ist die Sorge im Wellnessbereich/im Hallenbad (14,8%) oder in Restaurants/Cafés (11,0%).

Wichtige Ergebnisse der Umfrage:

  • 32,4% planen heuer einen Winterurlaub.
  • Beliebteste Destinationen für den Winterurlaub ist Österreich mit 90,1%.
  • Wintersport ist für die Hälfte (50,6%) der Impulsgeber.
  • Im Schnitt plant der Österreicher 5 Nächtigungen am Urlaubsort zu verbringen.
  • Lediglich 25,9% haben bereits fix gebucht (Basis: Urlaub geplant).
  • In Summe haben nur 8,4% der Österreicher einen Urlaub fix gebucht.
  • Mehrheitlich möchte man erst 12 Tage vor der Abreise buchen.
  • Das Pro-Kopf-Budget beträgt 481 Euro.
  • 82,1% gehen davon aus, dass Corona die Urlaubspläne negativ beeinflussen wird.
  • Der Hauptgrund gegen einen Winterurlaub ist ein ungutes Gefühl/ Unsicherheit aufgrund von Corona. (51,5%). Knapp ein Drittel hat einfach keine Lust oder keinen Winterurlaub (31,4%).
  • Lediglich jeder Fünfte schätzt das Infektionsrisiko am Urlaubsort als (eher) hoch ein.
  • Zwei Drittel (65,6%) stufen Après-Ski als besonders riskant ein.

Für die Studie gaben 500 Österreicher Auskunft zu ihren Urlaubsplänen für die nächsten Monate.

 

 

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