14.12.2021

Weniger Sekt in der Gastronomie

Die Pandemie verändert das Konsumverhalten nachhaltig, etwa beim Sekt: Der Konsum verlagert sich immer mehr vom Lokal in die eigenen vier Wände, und Sekt wird vom Anlassgetränk zum prickelnden Begleiter im Alltag. So die Ergebnisse des Schlumberger Sektreport 2021.

Der aktuelle Sektreport von Schlumberger macht eine nachhaltige Veränderung des Konsumverhaltens und eine Verlagerung des Feierns in die eigenen vier Wände deutlich: 64% der Befragten gehen grundsätzlich weniger häufig in ein Lokal als vor der Pandemie. Auch bei der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen gibt mehr als die Hälfte an, weniger oft in Restaurants und Cafés zu gehen. Dies schlägt sich auch im Sektkonsum nieder: In allen Altersgruppen ist grundsätzlich ein leichter Rückgang zu beobachten. Dafür steigt die Zahl derer, die Sekt nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern auch im Alltag entdecken und genießen. Während letztes Jahr nur jeder Vierte abseits von Anlässen zu einem Glas Sekt gegriffen hat, ist es heuer bereits jeder Dritte.

Man feiert weniger, aber dafür ausgewählter

Als Grund für die Veränderungen im Ausgehverhalten geben 57% der Befragten an, sich bereits an das viele Daheimsein gewöhnt zu haben. Ebenso viele sind selektiver bei der Wahl der Begleitung und überlegen nun genauer als früher, mit wem sie sich treffen. Lediglich bei den jungen Österreichern zwischen 18 und 29 hat rund ein Drittel (32%) mehr Lust zu feiern – aber auch in dieser Bevölkerungsgruppe feiert fast die Hälfte aktuell mehr zu Hause als früher, in der Gesamtbevölkerung sind es 40%. 

Österreicher kaufen bewusster ein als vor der Krise

Auch das allgemeine Konsumverhalten der Österreicher hat sich verändert: 46% der Befragten geben an, jetzt grundsätzlich bewusster beziehungsweise weniger einzukaufen als früher, jeder Vierte hat den Konsum sogar stark eingeschränkt. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Wert bei den jungen Konsumenten (29% der 18- bis 29-Jährigen). Ein Drittel aller Befragten gibt an, mehr online einzukaufen. Beim Online-Kauf von Sekt und anderen alkoholischen Getränken zeigen sich die Österreicher allerdings (noch) zurückhaltend: 26% kaufen zumindest „gelegentlich“ oder „selten“ Wein und Schaumwein online – hier sind vor allem die jüngeren Segmente (38%) sowie männliche Konsumenten (31%) stärker vertreten.

Kaufverhalten bei Sekt und Alkohol bleibt stabil

Der überwiegende Großteil der Befragten (78%) hat sein Kaufverhalten im Hinblick auf Sekt und Alkohol nicht verändert; 11% kaufen hingegen weniger oft, 8% dafür sogar häufiger als früher. 57% kaufen Sekt zumindest ein- bis zweimal im Jahr. Immerhin 10% der Österreicher kaufen Sekt monatlich. Gerade bei den Jüngeren ist dieser Wert stark gestiegen – mittlerweile kauft jeder Vierte der 18- bis 29-Jährigen zumindest einmal pro Monat Sekt. Eine Bestätigung dafür, dass die intensiven Bemühungen des Hauses Schlumberger in Sachen Bewusstseinsbildung zum Thema Sekt vor allem bei jungen Konsumenten Wirkung zeigen. Unverändert die Bezugsquelle Nummer 1 für österreichische SektkäuferInnen (78%) bleibt der Supermarkt, gefolgt von der Weinhandlung (15%) und dem Spezialitätengeschäft (12%).

„Der vierte Lockdown mitten in der Hochsaison für Schaumwein trifft die Branche stark. Umso mehr freut es uns, dass Sekt immer häufiger im Alltag der Menschen Einzug hält und es für viele keines besonderen Anlasses bedarf, um ein Glas zu genießen“, so Schlumberger-Geschäftsführer Benedikt Zacherl zu den Ergebnissen. Auch den Trend zu bewussterem Konsum sehe man bei der Wein- und Sektkellerei sehr positiv: „Als Unternehmen, das seit 180 Jahren für höchste, österreichische Qualität steht, sind wir überzeugt, dass wir gerade bei den KonsumentInnen mit hohen Ansprüchen und stark ausgeprägtem Qualitätsbewusstsein besonders reüssieren.“

Die wichtigsten Qualitätskriterien

Für 42% der Österreicher ist die Bekömmlichkeit des Sekts das wichtigste Kriterium beim Sektkauf, gefolgt von der Herkunft (29%). Aber auch der Preis wird für die Konsument wieder wichtiger (23%) – wobei die Ausgabenbereitschaft für eine Flasche Sekt etwa auf dem Vorjahresniveau bzw. sogar leicht darüber liegt. Bei der Herkunft setzen ganze 77% auf österreichische Qualität und bevorzugen heimische Schaumweine.

Auch bei Gastronomiebesuchen bestellen Österreicher am liebsten Sekt aus heimischen Reben (55%), 35% tendieren zu italienischem Prosecco, 15% bevorzugen französischen Champagner beim Ausgehen. Es zeigt sich jedoch, dass hier noch ein gewisser Aufklärungsbedarf besteht: 70% der Befragten können den genauen Unterschied zwischen Sekt, Prosecco und Champagner nicht nennen. Bei Menschen, die regelmäßig Sekt konsumieren sowie bei Champagner-Trinkern ist das Wissen dazu am stärksten ausgeprägt.

Der Begriff „Große Reserve“ steht für höchste Qualität bei österreichischem Sekt (mindestens 36 Monate auf der Hefe gereift und nur aus handverlesenen Trauben aus einer Gemeinde hergestellt). 41% der Befragten geben an, dass sie für eine österreichische „Große Reserve“ gleich viel zahlen würden wie für eine Flasche Champagner, 16% würden sogar mehr zahlen. Vor allem jüngere Leute entpuppen sich hier als Verfechter heimischer Qualität – unter den 18- bis 29-Jährigen würden bereits zwei Drittel gleich viel oder mehr für einen österreichischen Spitzensekt zahlen, während Ältere zu der Bereitschaft tendieren, für Champagner mehr Geld auszugeben. 

Sekt am liebsten pur und aus der Sektflöte

Beim Sektkonsum zeigt man sich traditionell: Fast die Hälfte genießt Sekt am liebsten pur (49%), gefolgt von Misch-Varianten mit Fruchtsäften (38%). 86% trinken ihren Sekt aus einer Sektflöte, bereits 16% bevorzugen das Weinglas und 13% die Champagnerschale. Immerhin 1% der Befragten gibt an, Sekt direkt aus der Flasche zu trinken. Der Trend zu Sekt aus dem Weinglas zeigt sich vor allem bei Menschen, die Schaumwein auch im Alltag konsumieren: Hier greifen bereits 28% lieber zum Weinglas als zur Flöte.

Jeder Zweite trinkt Sekt zum Frühstück

Zwar nicht täglich, aber doch ab und zu starten die Österreicher prickelnd in den Tag: Fast die Hälfte der Befragten trinkt zumindest gelegentlich zum Frühstück ein Glas Sekt – vor allem im Urlaub (26%) oder bei Restaurantbesuchen (19%), aber auch beim Brunchen zu Hause (18%). Besonders für Frauen und Menschen unter 30 gehört Sekt gelegentlich zum Frühstück dazu.

Weihnachten und Silvester werden beschaulicher

Die Pandemie hat nicht zuletzt Auswirkungen auf die Weihnachtstraditionen: Ein Drittel der Befragten gibt an, Weihnachten heuer im kleineren Rahmen feiern zu wollen. Mehr als die Hälfte feiert wie vor der Pandemie, jeder Zehnte hingegen gar nicht. Für diejenigen, die feiern, ist Sekt ein fester Bestandteil des Festes. 

Der Trend zu Feiern im kleineren Rahmen zeigt sich auch für Silvester: 77% feiern zu Hause, lediglich 5% geben an, in einem Lokal (Restaurant oder Bar) feiern zu wollen, 4% der Befragten wollen den Silvesterabend in einem Club oder einer Disco verbringen. 

Über den Sektreport

Die Online-Befragung wurde gemeinsam mit dem market Institut im Zeitraum von 29. Oktober bis 17. November 2021 – somit noch vor dem Lockdown – durchgeführt. Die neuesten Zahlen mit einer für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren repräsentativen Stichprobe (1.000 Personen) durchgeführt. 

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