12.03.2021

Wenn ein „Imperator“ die Balance dominiert

Die vierte Ausgabe der „Bierviertel Cuvée“ prolongiert den Erfolgslauf dieser Verschnitt-Idee vier verschiedener Biere aus dem Mühlviertel.

Der Mühlviertler Verein „Bierviertel“ besteht aus den drei Brauereien Hofstetten, Schlägl und Freistadt sowie dem Bierwirtshaus Schiffner in Aigen-Schlägl. Wirt Karl Schiffner war der erste Weltmeister unter den Biersommeliers. Als einen in ein Produkt gegossenen Ausdruck der Innovationskraft dieser vier Protagonisten darf die „Bierviertel Cuvée“ verstanden werden. Ein Bier, das eine Cuvée aus vier verschiedenen Bieren, die jeweils von einem der vier Mitglieder stammen, darstellt. „Aber auch ein Bier“, wie der Geschäftsführer der Braucommune Freistadt, Ewald Pöschko, zu sagen pflegt, „das ,unbraubar‘ ist.“ Weil es eben nicht gebraut, vielmehr cuvetiert wird.

Vier Mühlviertler Solitäre

Die vier Grundbiere für die Bierviertel Cuvée 2021 sind: der Freistädter Imperator (8,2 Vol.-% Alk), das Schlägler Kristall (5,6 %), das Hofstettner Granit (5,5 %) und das Schiffner Dinkelbier (5,5 %). Der „Imperator“ wurde 2020 speziell für das 250-Jahr-Jubiläum der Braucommune Freistadt kreiert, das allerdings coronabedingt ins Wasser gefallen ist. Das Schlägler Kristall ist ein Spezialbier der letzten österreichischen Klosterbrauerei und zählt zu den Premiumbieren der Prämonstratenser. Ebenso der Hofstettner Granit, den Eigentümer Peter Krammer auf fünf Malzen fußen lässt und mit feinstem Mühlviertler Hopfen zur Blüte treibt. Karl Schiffner wiederum steuert ein eigenes Dinkelbier bei und setzt vor allem auf die Fruchtigkeit des Hälfteanteils an Dinkelmalz.

Durch die Kombination dieser vier Biere will man zeigen, wie sich die Aromen kombinieren lassen, um ein individuelles Geschmackserlebnis zu kreieren. Im Glas funkelt die Cuvée in glänzendem Bernsteinton mit Kupferreflexen hie und da. Ein leichtes Knistern ist bei der Schaumbildung zu vernehmen. Im ersten Duft öffnen sich leicht florale Fruchttöne, die etwas an Exotik erinnern: hervorspringende Litschi, etwas Papaya ein Hauch Limette. Der grobporige Schaum setzt sich langsam ab und gibt Einblick in den zweiten Duft: die sich verflachenden Floralnoten gehen über in einen smarten Honigton. Am Gaumen tritt die Cuvée wie ein austrainierter Bodybuilder auf, der nach Zügeln sucht. Diese bekommt er in spürbaren Hopfentönen, die – typisch Mühlviertel – in einem feinen Sträußchen von Wildkräutern munden. Anklänge an Salbei, Spitzwegerich und Thymian halten diesen aufgeblasenen Kraftlackl geschickt im Zaum. Die Coolness des Hopfens wirkt bis in den Nachtrunk, erst am letzten Spitz gewinnt die Alkoholschwere die Oberhand (6,1 % Alk.).

100.000 0,33er-Flaschen

Wenn der Werbesprech der Bierviertler auch eine „Balance“ zu suggerieren versucht, dann ist es eine durch den Imperator dominierte Balance. 100.000 Longneck-0,33er-Flaschen wurden abgefüllt und sind zu zwei Drittel bereits verkauft. Der Sixpack wird um neun Euro angeboten. Dauerbrenner wird die 2021er-Cuvée sicher keiner. Aber daran wurde auch nie gedacht.  

Mehr unter: www.bierviertel.at, www.biergasthaus.at, www.stiftsbrauerei-schlaegl.at, www.hofstetten.at, www.freistaedter-bier.at

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