14.06.2019

Wertvolle Zeit mit Kindern

Vorarlberg bietet Familien eine breite Palette an Möglichkeiten. Die Ansprüche der Gäste, was das Urlaubsland bieten muss, steigen. Hotel & Touristik hat mit den Expertinnen von Vorarlberg Tourismus Brigitte Plemel, Katrin Preuß und Kerstin Humpeler darüber gesprochen, auf was es ankommt.

Welche Entwicklung ist hinsichtlich des Familientourismus bzw. Urlaubsreisen mit Kindern zu beobachten? Wie haben sich die Marktanteile verschoben bzw. hat sich die Relevanz verändert und welche Bedeutung hat heute diese Gruppe?
Brigitte Plemel, Marktforschung & Sonderprojekte: Der Anteil der Familien, also Urlaubern mit Kindern unter 14 Jahren, an allen Urlaubern in Vorarlberg ist seit Jahren stabil bei rund 22 Prozent im Sommer und Winter. Wie wir aus Marktuntersuchungen in Deutschland wissen, kommen zu den Urlaubsmotiven  „Erholung/Abstand zum Alltag“, „Natur erleben“, „leichter Sport“ und den allgemeinen Urlaubserwartungen noch andere familien- („wir alle zusammen“) beziehungsweise kinderbezogene („den Kindern Erfahrungen bieten“) und Rückzugs-Motive („auch mal für sich sein“) dazu. Das steigert die Erwartungshaltung.

Die Definition, wer und was alles unter Familie fällt, hat sich verändert. Und was bedeutet das für die Ansprache im Marketing?
Katrin Preuß, Reisepresse: Der Familienurlaub ist ein Urlaub mit Kindern und/oder Jugendlichen, egal in welcher Konstellation die Reisenden zu Gast sind. Bei der Ansprache können Familien als „Zielgruppe“ und als „Thema“ betrachtet werden. Im Grunde besteht eine Familie aus Personen, die Aktivitäten nachgehen wollen, die meist nicht anders sind als Aktivitäten anderer Gäste: Familienwandern bleibt schließlich auch Wandern.

Welche Märkte sind für Vorarlbergs Tourismus beim Familienurlaub wichtig?
Brigitte Plemel: 86 Prozent der Nächtigungen in Vorarlberg sind Nächtigungen von ausländischen Gästen, im Winter sind es 91 Prozent. Beim Inlandstourismus dominieren in den Ferienregionen die Vorarlberger mit bis zu zwei Drittel der Österreicher-Nächtigungen. Informationen zum Anteil der Familienurlauber liegen aber nicht vor. Die drei wichtigsten Herkunftsmärkte für Vorarlberg gesamt sind Deutschland mit 58 Prozent, die Schweiz mit 10 Prozent und die Niederlande mit 8 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil Familien mit Kindern unter 14 Jahren bei den Gästen aus den Niederlanden und aus Belgien (Anm. Quelle: T-MONA Vorarlberg-Ergebnisse).

Familienurlaub bedeutet in erster Linie Urlaub mit Kind: Welche Themenfelder sind gefordert?
Brigitte Plemel: Ein Anspruch ist es, Kindern Interessantes zu zeigen. Angebote in Vorarlberg haben deshalb starken Naturbezug im Sommer und Schneevergnügen im Winter. Wichtig sind auch passende Unterkünfte: Hier hat Vorarlberg mit seinem umfangreichen Angebot an Ferienwohnungen gute Voraussetzungen. Denn Ferienwohnungen sind die bevorzugte Wahl bei den Urlauberfamilien. Auch unter Berücksichtigung des demografischen Wandels in unserem wichtigsten Herkunftsmarkt Deutschland wird bis 2025 mit einem gleichbleibenden Volumen gerechnet.
Kerstin Humpeler, Themengruppe „Familie“: Im Winter liegt der Schwerpunkt auf Skifahren und Erlebnissen in der Winterlandschaft. Neben Kinderskikursen oder Angeboten wie Funparks für Ski- und Snowboarder spielen abseits der Piste Rodeln, Fahrten mit dem Pferdeschlitten eine Rolle. Im Sommer bieten Vorarlbergs Urlaubsregionen ebenso vielfältige Erlebnisse: beim Wandern mit & ohne Kinderwagen, auf Wegen mit Spielstationen, Sagenwanderungen und vieles mehr. Mit Tieren in Berührung kommen können junge Gäste auf Erlebnisbauernhöfen, in Streichelzoos, beim Wandern mit Lamas oder Huskys. Entdecken, Lernen und Experimentieren ist ein weiteres Themenfeld, das Kinder anspricht und das zum Beispiel Kräuterwanderungen, Forschungs- oder Rätselpfade und auch Museumsbesuche umfasst. Museen bieten oft spezielle Führungen oder Workshops an, die Kindern darüber hinaus einen spielerischen und kreativen Zugang zu Natur, Kunst und Kultur bieten. Abenteuerlustige kommen in Hochseilgärten, Klettergärten, Erlebnispfaden, beim Alpine Coaster uvm. auf ihre Kosten. Je nach Wetter bieten natürliche Gewässer und Freibäder Abkühlung und Aktivität. Eine breite Palette an Indoor-Angeboten – Museen, Hallenbäder, Kletterhalle etc. –  sorgt auch bei Schlechtwetter für Abwechslung im Urlaub.

Wie gelingt die generationenübergreifende Ansprache? Wie schafft man es, dass Kinder später wiederkehren?
Kerstin Humpeler: Wenn man es schafft, Kinder zu begeistern und sie schöne Erlebnisse mit nach Hause nehmen, ist das auch für die Eltern und/oder mitreisenden Verwandten und Freunde ein wichtiges Kriterium bei der Buchung des nächsten Urlaubs. Bleibende Erinnerungen spielen bei Urlaubsentscheidungen – und auch Empfehlungen – eine wichtige Rolle.

Mit welchen Serviceangeboten muss man überzeugen?
Katrin Preuß: Angebote überzeugen, bei denen alle Familienmitglieder gemeinsam eine besondere Zeit erleben. Es geht nicht darum, Kinder „abzugeben“, sondern mit ihnen eine wertvolle Zeit zu verbringen. Wir haben keine Kampagnen am Start, die Vorarlberg speziell als Familiendestination positioniert. Wir stellen Themen und Angebote in den Vordergrund, die sowohl Familien als auch Alleinreisende oder Paare ansprechen.
Kerstin Humpeler: Bezüglich Buchungen bieten die Beherbergungsbetriebe in der Regel Familientarife an, teilweise Familienprogramme. „Top Familiy Hotels“ erfüllen bestimmte, von Vorarlberg Tourismus ausgearbeitete Kriterien, die auf Urlaub mit Kindern zugeschnitten sind: Sie gewährleisten beispielsweise eine familiengerechte Zimmereinteilung und -ausstattung, kindergerechte Verpflegung, Spielangebote, Programminfos, Betreuungsmöglichkeiten usw.

Weitere Infos: vorarlberg.travel/familie

 

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