16.09.2021

Wie man 8000 Tischkultur-Artikel findet

Die erste Veranstaltung nach diversen Shutdowns führte die AGÖ-Sektion Mitte in die neue Firmenzentrale von Rechberger: das Geschirrquartier in Linz.

Mitte September erfolgte der Startschuss für den Veranstaltungsreigen der AGÖ-Sektion Mitte, der als Aufwärmtraining keine klassische Küchenleitertagung zum Inhalt hatte, sondern den Unternehmensbesuch beim größten heimischen Hotellerie-, Gastronomie- und GV-Ausstatter Rechberger. Wie HGV PRAXIS bereits berichtete, musste der im Verbund mit dem technischen Großhändler Schachermayer stehende Gastronomieausstatter aktiv werden, weil der alte Firmensitz aus allen Nähten platzte und eben auch schon alt war.

In einem lange angelegten Projekt erwarb Rechberger ein 3,4 Hektar großes Grundstück – direkt an der Linzer Stadtautobahn gelegen – von den ÖBB und startete mit dem Neubau seines „Geschirrquartiers“. Der Bau fiel exakt in die corona-bedingte Shutdown-Phase, was zu einer Verzögerung der Fertigstellung von mehreren Monaten führte. „Im Oktober letzten Jahres“, erklärt Rechberger-Prokurist Gottfried Mühlbachler im Gespräch mit HGV PRAXIS, „konnten wir genau drei Tage öffnen, um für den nächsten Shutdown gleich wieder zuzusperren.“

Palettenweise Tischkultur

Etwas mehr als ein Dutzend AGÖler fand sich vor dem neuen Sitz des Unternehmens ein und lauschte den Ausführungen Mühlbachlers gespannt, der den Gästen die Philosophie seines Hauses erläuterte. Was nach außen wie ein profaner Industriebau wirkt, folgt einem bis ins Detail durchdachten Konzept. Mit mehr als 150 Mitarbeitern ist Rechberger der größte heimische Zulieferer im Tourismus und Außer-Haus-Markt in punkto Ausstattung und Tischkultur. Vom Aschenbecher über Porzellan, Glas, Besteck bis hin zum Kochtopf und Schneebesen gibt es bei Rechberger sprichwörtlich nichts was es nicht gibt. Und das nicht nur in einer überschaubaren Stückzahl, sondern auf die Bedürfnisse eines der wichtigsten heimischen Wirtschaftszweige zugeschnitten. So verwaltet der Ausstatter ein Produktsortiment von nicht weniger als 8.000 unterschiedlichen Artikeln.

Ausgeklügelte Logistikkette

Das heißt: Rechberger ist nicht nur ein Ausstattungsprofi, sondern vielmehr ein ausgeklügeltes Logistikunternehmen. Im 10.000 Quadratmeter großen Nutzbau sind nicht weniger als 15.000 Palettenstellplätze untergebracht. Anhand einer cleveren Software ist gewährleistet, dass jeder Artikel nicht durch viele Hände geht, sondern in einem sinnvollen Kreislauf bis zur Verladerampe für den Lkw kommt. Kurz vor der Verladung an den Kunden wird jede Lieferung noch einmal fotografiert, um bei Fragen über die exakte Dokumentation zu verfügen. Den aktuellen Lagerstand bewertete Mühlbachler mit 7,2 Millionen Euro.

Was die Belieferung der Kunden betrifft, greift Rechberger hier komplett auf die Dienste der Mutter Schachermayer zurück, die mit einer Flotte von 100 Lkws die Zustellung mehrmals täglich im gesamten Bundesgebiet gewährleistet.

Klarer Fokus auf Employer-Branding

Ein Punkt war dem Prokuristen bei der Führung noch eine Erwähnung wert. Die starke Fokussierung von Rechberger auf Employer-Branding: „So schlimm wie jetzt war die Personalmisere noch nie. Es gibt gar keinen anderen Ausweg, als sich bei den Arbeitskräften im besten Lichte darzustellen, sonst hat man überhaupt keine Chance, fähige Mitarbeiter zu bekommen.“ Es gibt einen eigenen Ruheraum mit Wellnessliegen, eine Freiluftterrasse, ausschließlich tageslichthelle Büros, Sonderbonifikationen und ein gediegenes Mitarbeiterrestaurant.

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